Deutscher Feuerwehrtag Leipzig
Jugendfeuerwehren kämpfen um WM-Einzug – auch sächsisches Team am Start
Christiane Lösch
Foto: Daniel Remler
Leipzig. Jugendfeuerwehren aus ganz Deutschland kämpfen an diesem Sonntag in Leipzig um einen Startplatz bei der Feuerwehr-Weltmeisterschaft 2011 in Slowenien. 25 Mannschaften, darunter ein Team aus dem Dresdner Stadtteil Weixdorf, müssen sich in zwei Disziplinen behaupten, um eines der beiden begehrten Tickets zu ergattern. Ab 9 Uhr treten die Jugendlichen auf dem Lindenauer Sportplatz an der Erich-Köhn-Straße, im Schatten des Zentralstadions, gegeneinander an.
Die Startaufstellung für den sogenannten Bundesentscheid zum Internationalen CTIE-Wettbewerb haben die potenziellen WM-Anwärter am Freitag festgelegt. Nach dem Training mussten sie sich entscheiden, welche neun der bis zu 15 mitgereisten Teammitglieder um die deutsche Krone mitkämpfen dürfen, erklärte der Verantwortliche für Internationales beim Deutschen Jugendfeuerwehrwettbewerb, Daniel Brose. Insgesamt hatten sich 362 Teilnehmer zwischen 12 und 16 Jahren für den Bundesentscheid angemeldet.
Die Teams beginnen den Wettkampf mit 1000 Startpunkten und erhalten – je nach Leistung – Plus- oder Minuspunkte. „Je schneller die Trupps ins Ziel kommen, umso mehr Punkte werden ihrem Konto gutgeschrieben“, so Brose. Bei der Disziplin Löschangriff geht es unter anderem um Geschicklichkeit. Ein Löschtrupp, der aus zwei Teammitgliedern besteht, muss mit einem Wasserstrahl durch ein kleines Loch ein Ziel treffen, während ihre Kameraden unter anderem Geräte sortieren oder Knoten binden. Beim Staffellauf bekommen alle im Nachwuchslöschtrupp eine Aufgabe zugewiesen, die sie während ihres Laufs erledigen müssen, zum Beispiel das Aufrollen eines Schlauchs.
Als Favorit geht das Team aus dem bayerischen Oberneukirchen an den Start. „Die Mannschaft hat bei der Weltmeisterschaft im letzten Jahr unter 49 Startern den dritten Platz belegt“, so Brose. „Die Favoritenrolle kann aber auch ganz schnell weg sein. Es braucht nur mal einer stürzen“, weiß er aus Erfahrung zu berichten. Dieses Schicksal traf bei der letzten Weltmeisterschaft die eigentlich „immer sehr sehr starken“ Österreicher. Als Titelaspirant ins Rennen gegangen – gleich drei Teams der deutschen Nachbarn belegten 2007 in Schweden die ersten drei Ränge – stürzten sie ab, sodass es zum Schluss nicht einmal mehr für eine Platzierung unter den ersten Zehn reichte.
Um international bestehen zu können, müssen die Teams hart trainieren. Sachsen schickt mit den Weixdorfern laut Brose ein gutes Team ins Rennen. Ob die Vorbereitungen für eines der WM-Tickets gereicht haben, wird sich bis Sonntagmittag entschieden haben.
© LVZ-Online, 11.06.2010, 17:58 Uhr