Bundespräsidentenwahl 2012
Bundespräsidenten-Kandidat Gauck muss Auftritt auf der Leipziger Buchmesse absagen
Robert Nößler
Foto: Andreas Döring
Joachim Gauck bei seiner Lesung auf der Leipziger Buchmesse 2010. Bei seinen geplanten Auftritten in diesem Jahr hat der 72-Jährige wegen der Bundespräsidentenwahl Terminschwierigkeiten.
Leipzig. Auf zwei Hochzeiten kann auch ein designierter Bundespräsident nicht tanzen. Wenn am 18. März in Berlin die Bundesversammlung zusammenkommt, um Joachim Gauck als neues Staatsoberhaupt zu wählen, wollte der 72-Jährige eigentlich zeitgleich sein neues Buch in Leipzig vorstellen. Zum Auftritt am Buchmesse-Sonntag wird es nunmehr aber nicht kommen. „Wenn der 18. März der Tag der Wahl ist, wird er in Berlin sein, nicht in Leipzig“, sagte eine Verlagssprecherin am Dienstag gegenüber LVZ-Online.
Gauck hatte drei Gesprächsauftritte in Leipzig geplant. Um 11 Uhr sollte der Rostocker im Centraltheater mit Cicero-Chefredakteur Michael Naumann und Kolumnist Frank A. Meyer zum Thema „Freiheit für wen, Freiheit wofür?“ diskutieren. Um 14 Uhr war er auf der Neuen Messe beim MDR geladen, um 16.30 Uhr im ARD-TV-Forum.
Messe bemüht sich um Verlegung der Termine
„Wir sind in Gesprächen, um eine Alternative zu finden“, sagte eine Messesprecherin auf Anfrage. Möglich sei, dass die Termine auf einen anderen Tag verschoben würden – die Buchmesse beginnt bereits am 15. März. „So wie die Veranstaltungen im Moment im Programm stehen, werden sie nicht stattfinden“, bestätigte auch sie. Gauck habe aber bislang definitiv noch nicht abgesagt, betonte die Sprecherin. Eine Entscheidung soll bis Ende der Woche fallen.
Gaucks Buch „Freiheit. Ein Plädoyer“, das auf einer Rede bei der Evangelischen Akademie Tutzing vom Januar 2011 basiert, war am Montag erschienen. Der Münchner Kösel-Verlag zog die Veröffentlichung um zwei Wochen vor – aber nicht wegen der Nominierung des Bürgerrechtlers am Sonntag, sondern bereits einige Tage zuvor wegen der „unglaublichen Nachfrage seitens des Buchhandels und der Leser“, erklärte Verlagssprecherin Susanne Klumpp.
Erstauflage des Buchs fast vergriffen
Die Erstauflage mit 50.000 Exemplaren sei nahezu ausverkauft, das 64-Seiten-Werk werde bereits nachgedruckt, so Klumpp. „Wir müssen schauen, dass wir lieferbar bleiben.“ In der Amazon-Verkaufsrangliste rangiert das Buch derzeit auf Platz eins.
Seinen letzten Auftritt auf der Leipziger Buchmesse hatte Gauck im Jahr 2010. In der LVZ-Autorenarena präsentierte der ehemalige Beauftragte für die Stasi-Unterlagen damals seine im Siedler-Verlag erschienenen Erinnerungen „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“.
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© LVZ-Online, 21.02.2012, 11:24 Uhr