Leipzig. Der Vorstandssprecher des Leipziger Grünen-Kreisverbandes, Jürgen Kasek, hat am Sonnabend Beschwerde gegen das Zulassungsverfahren bei der Oberbürgermeisterwahl eingelegt. Das teilte seine Partei am Sonntag mit. Nach Kaseks Ansicht dürfe der Kandidat Horst Wawrzynski auf dem Wahlzettel nicht mit dem Kürzel CDU aufgeführt werden, da die Satzung der Landespartei nur die Aufstellung von CDU-Mitgliedern erlaube. Entsprechend müsse Wawrzynski als parteiloser Bewerber auf dem Wahlzettel geführt und auf den letzten Listenplatz gesetzt werden, heißt es in der Mitteilung der Grünen.
„Was wie eine kleine Formalie klingt macht deutlich, dass die CDU in Leipzig höchst unprofessionell arbeitet und es noch nicht einmal geschafft hat, einen eigenen Bewerber satzungskonform aufzustellen“, kritisierte Kasek. Wawrzynskis Nominierung durch das Bürgerbündnis sei daher offensichtlich nur der Versuch, diesen Fauxpas auszubügeln und sicherzustellen, dass er als Kandidat antreten kann. „Wie die CDU in Leipzig Ordnung schaffen will, wenn ihr das offensichtlich noch nicht einmal im organisatorischen Kerngeschäft gelingt, bleibt deren Geheimnis“, sagte Kasek.
"Das ist natürlich großer Quatsch", konterte der Sprecher der Leipziger Union, Andreas Nowak. "Horst Wawrzynski ist vollständig rechtskonform durch die CDU nominiert." In der Landesparteisatzung stehe keineswegs, dass die CDU nur Parteimitglieder mit Wahlrecht in Leipzig aufstellen kann.
Bereits am Freitag haben mindestens drei Leipziger im Amt für Statistik und Wahlen Beschwerde gegen das Zulassungsverfahren der OBM-Wahl eingereicht. Zuvor hatten die Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zur Abgabe der Unterstützer-Unterschriften für Verärgerung gesorgt.
Kritik war beispielsweise vom freien Kandidaten Dirk Feiertag gekommen.