CDU-Parteitag in Leipzig
„Politik ist wie ein Boxkampf“: Vitali Klitschko beim CDU-Parteitag in Leipzig im Interview
Interview: Robert Nößler
Foto: Regina Katzer
LVZ-Online-Reporter Robert Nößler im Interview mit Boxweltmeister Vitali Klitschko.
Leipzig. Nach Angela Merkels Rede auf dem Bundesparteitag stand er von seinem Platz in Reihe zwei auf und applaudierte euphorisch für die Kanzlerin. Auf Einladung der CDU kam Box-Weltmeister Vitali Klitschko am Montag nach Leipzig, um sich politisches Know-How für den Aufbau seiner 2010 neu gegründeten Partei UDAR (russisch für „Schlag“) abzuschauen. Im Exklusiv-Interview mit LVZ-Online erklärt Dr. Eisenfaust warum ein Bundesparteitag für ihn wie ein Boxkampf ist.
Frage: Herr Klitschko, seit April 2010 sind Sie Vorsitzender der UDAR-Partei (Ukrainische demokratische Allianz für Reformen). Wie kommt es zu Ihrem Besuch beim CDU-Parteitag in Leipzig?
Vitali Klitschko: Ich wurde von der CDU eingeladen. Für mich ist das etwas sehr Besonderes. Wir in der ukrainischen Partei sind Partner der CDU und gerade dabei zu lernen, wie man Strukturen aufbaut, mit welchen Werten erfolgreiche Politik funktionieren kann. In Sachen Parteiarbeit haben wir noch nicht allzu große Erfahrung. Es war deshalb sehr wichtig für mich, heute dabei zu sein. Man kann sich hier sehr viel abschauen, sehr viel mitnehmen.
Die Euro-Krise ist eines der großen Themen auf dem Parteitag. Erinnern Sie die politischen Meinungsverschiedenheiten zur Finanzkrise an Duelle, wie Sie sie aus dem Ring kennen?
(lacht) Ja, Politik ist immer wie ein Boxkampf. Auch auf so einem Parteitag wird um Positionen gekämpft. Das kann man schon vergleichen.
Wer wird sich am Ende durchsetzen?
Wie im Boxen wird derjenige gewinnen, der Charakter und innere Qualität hat. Wer seine Ziele gut genug verteidigt, wird sie auch realisieren.
Wie hat Ihnen die Rede von Angela Merkel gefallen?
Sie hat mich sehr beeindruckt. Frau Merkel hat mit ihren Aussagen genau den Kern getroffen, dass es bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise nicht nur um Deutschland geht oder um Europa, sondern um die ganze Welt. Für mich persönlich hatte ihre Rede deshalb eine spezielle Bedeutung.
Es ist ja nicht Ihr erster Besuch in Leipzig. Haben Sie mitgezählt?
Ich war sicher schon über hundert Mal hier.
Wie kommt es dazu, dass Sie so häufig hier sind?
Es ist immer sehr schönes Wetter in Leipzig, so wie heute (lacht). Nein, Spaß beiseite. Ich habe viele Freunde und Bekannte hier, die ich häufig besuche. Ich kenne die Stadt sehr gut und komme immer wieder gerne. Für mich ist Leipzig eine der schönsten Städte in Europa.
© LVZ-Online, 14.11.2011, 15:11 Uhr