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Mitteldeutschland

"Abnormalität": Mail von CDU-Politiker an Leipziger CSD-Organisatoren löst Proteste aus

Schwule und Lesben demonstrieren beim Christopher Street Day 2009 in Leipzig für ihre Rechte.   Foto: André Kempner Schwule und Lesben demonstrieren beim Christopher Street Day in Leipzig für ihre Rechte.
Leipzig/Chemnitz. Der sächsische CDU-Politiker Kai Hähner hat mit Äußerungen über Homosexualität für Wirbel gesorgt. Der Chef der CDU Chemnitz-Mitte bezeichnete homosexuelle Lebensweisen in einer e-Mail an die Organisatoren des Christopher Street Day (CSD) unter anderem als Abnormalität. Ein Internet-Portal hatte das öffentlich gemacht.

Die SPD kritisierte die Hähners Äußerungen scharf. Er habe Homosexuelle zutiefst beleidigt und diffamiert, hieß es in einer Mitteilung. Die Linken forderten, er dürfe kein politisches Amt mehr bekleiden. Die Jungliberale Aktion Sachsen nannte sie „einen Angriff auf eine liberale und tolerante Gesellschaftsordnung“. Kritik kam auch aus CDU-Reihen. „Das ist seine Privatmeinung, die aber völlig inakzeptabel ist“, sagte Generalsekretär Michael Kretschmer. Sie entspreche in keiner Weise der Meinung in der CDU.

FOTOSTRECKEN

Solche Äußerungen zeigten, wie wichtig es sei, bei den Christopher Street Days weiter für Toleranz und Akzeptanz von Lesben und Schwulen zu werben, sagte der Landesvorsitzende des Arbeitskreises der Lesben und Schwulen in Sachsens SPD und CSD-Mitorganisator Gregor Teichert.

zum Thema Fotos: Impressionen vom CSD 2010 in Leipzig Video: Straßenfest und bunter Umzug beim CSD in Leipzig Christopher Street Day in Leipzig: Lesben und Schwule demonstrieren für mehr Anerkennung Partyfotos: Prideball im Stadtbad beendet die Leipziger CSD-Woche
Hähner gab sich indes überrascht, „was das für Wellen geschlagen hat“. Das sei eine interne Mitteilung an die Organisatoren des CSD gewesen und keine öffentliche Äußerung, betonte er. Er habe die e- Mail bewusst provokativ geschrieben, um eine Reaktion zu bekommen, und nicht geahnt, was geschehen würde.

Hähners Nachricht wurde jedoch ungewollt öffentlich. Dass sie auf noch ungeklärten Wegen doch an die Öffentlichkeit gelangte, „ist uns äußerst unangenehm, da dadurch der begonnene Dialog erstmal unterbunden wurde“, teilte der CSD Leipzig mit. Der Veranstalter sei mit Hähner im Gespräch gewesen und wollte den Politiker zu einer Diskussionsrunde beim nächsten CSD nach Leipzig einladen.
 
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