Mitteldeutschland
Abriss von Zwickauer Neonazi-Versteck beginnt - Wallfahrtsort für Rechtsextreme verhindern
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Ein halbes Jahr nach dem Auffliegen der jahrelang im Untergrund operierenden Neonazi-Terrorzelle NSU wird nun ihr letztes Versteck verschwinden. In der Zwickauer Frühlingsstraße soll nichts mehr an das Trio erinnern.
Zwickau. Am Montag soll der Abriss des letzten Unterschlupfs der Neonazi-Terrorzelle in Zwickau beginnen. Die Stadt will, dass in der Frühlingsstraße nichts mehr an das Domizil dreier eher unauffälliger Bewohner erinnert - und sie will einen Wallfahrtsort für Rechtsextreme verhindern. Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe hatten in der Frühlingsstraße 26 im Stadtteil Weißenborn vermutlich drei Jahre lang gemeinsam in einer Wohnung gelebt, von 2008 bis zum Auffliegen der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) Anfang November 2011.
Nachdem sich die beiden Männer nach einem Banküberfall in Thüringen umgebracht hatten, soll Zschäpe am 4. November 2011 versucht haben, mit einer Explosion Beweise zu vernichten. Der Brand war von der Feuerwehr gelöscht worden, Ermittler fanden in der Ruine schließlich viele Beweismittel. Auf das Konto des NSU sollen seit dem Abtauchen des Trios 1998 mindestens zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und 14 Banküberfälle gehen.
Weil der letzte Privateigentümer des Hauses nur den oberen, durch die Explosion zerstörten Teil der Doppelhaushälfte abtragen lassen und das intakt gebliebene Erdgeschoss wieder aufstocken wollte, hatte noch Ende 2011 eine städtische Wohnungsgesellschaft das Grundstück erworben. Nach dem Abriss soll die bisher hinter dem Haus liegende Park-Anlage ausgebaut werden, so dass es anstelle des Doppelhauses eine größere Grünfläche geben wird.
Die Kosten für die Arbeiten werden mit knapp 65.000 Euro veranschlagt. Etwa 58 400 Euro zahlt der Freistaat, das Geld stammt aus einem Landesprogramm zur Wiederbelebung von Brachflächen. Zwickau muss einen Eigenanteil von lediglich 6400 Euro beisteuern.
© LVZ-Online, 22.04.2012, 15:26 Uhr