Mitteldeutschland
Ausstellung im Kloster Altzella öffnet - Sachsenspiegel wird als Faksimile gezeigt
dpa
Foto: Wolfgang Zeyen
Der Sachsenspiegel - erstes Rechtsbuch des Mittelalters und ältestes deutsches Prosawerk.
Nossen. Der mittelalterliche Sachsenspiegel ist als Nachbildung an seinen möglichen Entstehungsort zurückgekehrt. Ein Faksimile der Bilderhandschrift wird seit Sonntag als Herzstück einer neuen Ausstellung im früheren Kloster Altzella bei Nossen (Landkreis Meißen) gezeigt. Das Original wird in der Dresdner Landes- und Universitätsbibliothek aufbewahrt.
Die Ausstellung zeigt das Kloster Altzella als Wiege des Sachsenspiegels. Bis heute rätseln Experten über den Entstehungsort des Rechtsbuchs. Im Sachsenspiegel wurden erstmals die Rechtsgewohnheiten der Sachsen aufgeschrieben haben, darunter etwa das Lehnrecht, Strafrecht sowie das Familien- und Erbrecht - sowohl des Adels als auch der bäuerlich geprägten Gesellschaft. Er gilt deshalb als eines der wichtigsten Dokumenten der Rechtsgeschichte.
Derzeit gibt es nur noch vier illustrierte Originale dieser Schrift. Das Dresdner Exemplar mit 924 Bildstreifen gilt als das prachtvollste dieser Werke. Nach dem Luftangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 war das Buch im Keller des Japanischen Palais jedoch tagelang Schlamm und Löschwasser ausgesetzt, so dass die leuchtenden Farben der Darstellungen verloren gingen. Die Faksimile ist künftig in der ehemaligen Klosterbibliothek zu sehen. An Medienstationen können Besucher in dem Werk nachschlagen.
© LVZ-Online, 15.04.2012, 21:02 Uhr