Dresden. Der französische Hersteller von Billig-Brustimplantaten PIP hat nach Angaben des Sozialministeriums in Dresden auch zwei sächsische Kliniken beliefert. „In Sachsen wurden PIP-Brustimplantate in zwei Kliniken bei insgesamt 17 Patientinnen verwendet. Bei einer Patientin wurden die Implantate bereits wieder entfernt", sagte Ministeriumssprecher Ralph Schreiber der Leipziger Volkszeitung (Dienstag-Ausgabe).
Die übrigen Patientinnen würden nach Auskunft der behandelnden Ärzte bisher keine Beschwerden oder Symptome zeigen. Die betroffenen Kliniken hätten keine weiteren PIP-Brustimplantate mehr verwendet, so das Sozialministerium. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die fehlerhaften Implantate auch an vier Kliniken in Thüringen ausgeliefert worden. Ob die PIP-Produkte eingesetzt wurden, steht noch nicht fest.
Bei den französischen Implantaten wurde billiges Industriesilikon statt medizinischer Kunststoff verwendet. Reißen die Kissen, so droht Gesundheitsgefahr. Ein Zusammenhang zwischen den Implantaten und Krebs wird befürchtet, bewiesen ist er aber nicht. In Frankreich sind jedoch 20 Frauen mit PIP-Silikonkissen an Krebs erkrankt. Über die vollständige Kostenübernahme bei Entfernung der Implantate streiten in Deutschland derzeit das Gesundheitsministerium und die Kassen.