Foto: André Kempner
Vom 16. bis 18. August geht am Störmthaler See in Großpösna bei Leipzig das Highfiled Festival in eine neue Runde. News zu Tickets, Line Up sowie weitere Infos finden Sie im Special!
Am 2. Juni ist LVZ-Fahrradfest 2013. Bis 24. Mai online anmelden!
In der Fotoaktion von LVZ-Tierseite und LVZ-Online wird Leipzigs "Katzenliebling" gesucht. Jetzt Foto Ihres Stubentiegers hochladen und ab 27. Mai abstimmen!
Sie sind urlaubsreif oder vermissen die Sonne? Dann entdecken Sie hier unsere LVZ-Leserreisen und erleben Sie einen Urlaub der anderen Art.
Natürlich habe der Vorschlag seinen Reiz, findet Gerd-Axel Ahrens. Nur dass die Einführung eines fahrscheinlosen öffentlichen Personennahverkehrs () demokratisch durchsetzbar ist, wagt der Professor für Verkehrs- und Infrastrukturplanung an der TU Dresden zu bezweifeln. “Ehrlicher, transparenter und fairer ist grundsätzlich immer, wenn diejenigen, die einen Nutzen von einer Transferleistung haben, auch etwas zahlen müssen“.
In seinem ersten hat der Dresdner Kreisverband der Piratenpartei neben einer stärkeren Beteiligung der Bürger an politischen Prozessen und Barrierefreiheit in allen städtischen Einrichtungen unter anderem die Einführung eines fahrscheinlosen öffentlichen Nahverkehrs gefordert. Dieser sei ein “öffentliches Gut”, das jeder zur Verfügung haben müsse, erklärt Florian André Unterburger von den Dresdner Piraten. Ihm ist wichtig, dass “fahrscheinlos” nicht “kostenlos” bedeutet. Der Verkehrsbetrieb soll durch eine kommunale Abgabe, die jeder in Dresden ansässiger Bürger zu entrichten hätte, erfolgen. Natürlich müssten dann auch diejenigen zahlen, die nicht Bus oder Bahn fahren. Aber angesichts der Tatsache, dass heute jeder für den Bau von Autobahnen zahlt, auch wenn er sie nicht nutzt, sei das durchaus legitim.
Theoretisch sei ein solcher fahrscheinloser Nahverkehr möglich, sagt Falk Lösch von den Dresdner Verkehrsbetrieben. “Aber wer bezahlt’s?“ Die Einnahmen durch Fahrkarten decken derzeit etwa 75 Prozent der Kosten, so Lösch, der restliche Betrag in Höhe von etwa 40 Millionen Euro jährlich werde durch Zuschüsse finanziert. Insgesamt belaufen sich die Kosten, die der Nahverkehr jährlich verursacht, nach Angaben von Lösch auf etwa 160 Millionen Euro.
Auch Gerd-Axel Ahrens von der TU Dresden empfiehlt aus wissenschaftlicher Sicht das “Nutzer-Prinzip”. “Nur diejenigen, die einen Nutzen von einer Transferleistung haben, sollten zahlen müssen”, meint der Hochschulprofessor. Aber dabei sei auch an indirekte Nutznießer zu denken. “Läden in der Innenstadt, vor denen eine Straßenbahn hält, haben einen indirekten Nutzen aus dem Nahverkehr”, erläutert Ahrens, um nur ein Beispiel geben. Diese sollten auch zur Kasse gebeten werden.
Weniger Verkehr, weniger Lärm, weniger CO2-Ausstoß - all dies sind Argumente, die der Dresdner Pirat Florian André Unterburger anführt, um die Vorteile des fahrscheinlosen Nahverkehrs aufzuzeigen. “Jeder trägt einen Nutzen vom öffentlichen Nahverkehr”, erklärt Unterburger, “auch die, die unbedingt Auto fahren wollen: Denn die können sich über freie Straßen freuen”. Außerdem gehe es auch um den Freiheitsgedanken, um die Abschaffung von Kontrollstrukturen, um die Abschaffung von Überwachung. erläutert er weiter. “Wir sind der Ansicht, dass mehr Freiheit zu mehr Verantwortung führt”, so Unterburger.
Überwachungskameras verhinderten Straftaten nicht, sie protokollierten sie nur. Dass mit der Abschaffung von Kontrollen und Fahrscheinen der Vandalismus in Bus und Bahn steigen könnte, befürchtet der Pirat deshalb nicht.