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Mitteldeutschland

FBI-Razzia an der TU Dresden - Spionage-Verdacht gegen chinesischen Professor

Foto: André Kempner
Dresden. Wie erst jetzt bekannt wurde, haben Ermittler des sächsischen Landeskriminalamtes (LKA) und des FBI am 18. August im „Biotechnology Center" (Biotec) der Technischen Universität Dresden in der Johannstadt mehrere Behältnisse mit Bakterien beschlagnahmt. Hintergrund: Die amerikanische Bundespolizei ermittelt gegen einen aus China stammenden Professor, der Kontakt nach Dresden hatte. Ihm werde in den USA Wirtschaftsspionage vorgeworfen, teilte die Dresdner Staatsanwaltschaft mit.

Aus Indianapolis in den USA hatte Professor Kexue Huang die fingerkuppengroßen Behälter mit Bakterienstämmen für neuartige Insektizide nach China und Deutschland geschickt. Eine der Adressen: Tatzberg 47/49 in Dresden. Hier befindet sich das Forschungszentrum für Biotechnologie der Technischen Universität. Empfänger war ein chinesischer Kollege von Huang.

zum Thema Nach FBI-Razzia an TU Dresden: Biotec-Professor kritisiert fragwürdiges Vorgehen
Das FBI interessierte sich für den Fall, weil das Material, das nach Informationen der Nachrichtenagentur Associated Press einen Wert von 300 Millionen Dollar hat, aus einem amerikanischen Unternehmen gestohlen worden sein soll. Dem US-Magazin „Nature" zufolge handelt es sich um die Firma Dow AgroSciences in Indianapolis, die Chemikalien für den Einsatz in der Landwirtschaft herstellt und in der Professor Kexue Huang von 2003 bis 2008 in verantwortlicher Position beschäftigt war.

Am Vormittag des 18. August beschlagnahmten zwei FBI-Beamte, ein Staatsanwalt und etwa acht LKA-Mitarbeiter die Reste der brisanten Ware aus den USA, die in dem Neubau am Tatzberg in einem Laborkühlschrank lagerten. Sie sollen in einem möglichen Verfahren gegen Huang als Beweismittel eingesetzt werden.

Zur Kontaktperson des chinesischen Professors in Dresden und deren Arbeitgeber machte Staatsanwalt Wolfgang Klein keine Angaben. Die deutsche Firma sei mittlerweile aus dem Forschungszentrum verschwunden und auch in Sachsen nicht mehr aktiv, sagte Klein.

Professor Huang war bereits am 13. Juli in der 18 000-Einwohner-Kleinstadt Westborough im US-Bundesstaat Massachusetts festgenommen worden. US-Berichten zufolge drohen ihm für mehrere Anklagepunkte jeweils bis zu 15 Jahren Gefängnis, sollte er der Wirtschaftsspionage überführt werden.
 
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