Mitteldeutschland
Friedliche Demo gegen Neonazis in Dessau-Roßlau
dpa
Dessau-Roßlau. Ein Bündnis gegen Rechts hat am Samstag in Dessau-Roßlau friedlich gegen einen Aufmarsch von Neonazis demonstriert. 65 Jahre nach der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg wollten etwa 240 Rechtsextreme aus ganz Deutschland mit einem sogenannten Trauermarsch der Opfer gedenken - angemeldet waren 500 Teilnehmer. Die Rechtsextremen würden unter dem Deckmantel der Trauer Hetze betreiben, sagte Innenminister Holger Hövelmann (SPD).
Rund 400 Demonstranten sowie 25 Linksextreme stellten sich den Neonazis in den Weg. Die Polizei leitete deren Marschroute wegen mehrerer Sitzblockaden um. Die Stadt und mehrere Bürgerbewegungen wollten mit den Gegendemos ein Zeichen gegen Rechts setzen und mit einer symbolischen Aktion die Straßen säubern.
Dessau war bei einem Angriff der Alliierten am 7. März 1945 größtenteils zerstört worden. Hier hatten die Nazis bedeutende Rüstungskonzerne, darunter die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke. Aufmärsche von Neonazis seien wegen der Auseinandersetzungen Dessaus mit der eigenen Vergangenheit besonders schwierig, sagte Oberbürgermeister Klemens Koschig (parteilos).
© LVZ-Online, 14.03.2010, 13:51 Uhr