Mitteldeutschland
Gedenkstätten-Direktor: Ikea soll DDR-Häftlinge entschädigen
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Ikea-Möbelhaus in Hofheim-Wallau: Wurden bei Auftragsarbeiten in der früheren DDR politische Gefangene für Zwangsarbeit eingesetzt? Foto: Arne Dedert
Berlin. Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat die schwedische Möbelkette Ikea aufgefordert, ehemalige politische Gefangene in der DDR im Falle einer Zwangsarbeit zu entschädigen. „Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, dass Ikea von der Häftlingsarbeit in der DDR profitiert hat, dann muss das Unternehmen die Betroffenen auch entschädigen“, sagte Knabe am Dienstag in Berlin.
Ikea will mit Hilfe der Stasi-Unterlagenbehörde klären, ob bei Auftragsarbeiten in der DDR politische Gefangene für Zwangsarbeit eingesetzt worden sind. Entsprechende Vorwürfe will der schwedische TV-Sender SVT eigenen Angaben zufolge in einer Dokumentation am Mittwoch veröffentlichen. Ikea hatte seit den 1960er Jahren Möbel unter anderem in Polen sowie in der DDR fertigen lassen.
Der Historiker Knabe sprach sich dafür aus, dass die Stasi-Unterlagenbehörde ein Gutachten erstellen und dafür Einblick in das Firmenarchiv bekommen solle. Es reiche nicht, wenn Ikea die Vorgänge selber überprüfe.
Das Unternehmen hatte am Montag mitgeteilt, dass es bereits mit dem Studium von Unterlagen der Berliner Behörde begonnen habe. Die Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin bestätigte die Anfrage des Unternehmens. Die Unterlagen seien in den letzten Monaten Ikea zur Verfügung gestellt worden, sagte Pressesprecherin Dagmar Hovestädt.
© LVZ-Online, 01.05.2012, 16:49 Uhr