Mitteldeutschland
Gewerkschaftsbund: Leiharbeit ist in Sachsen ein Armutsrisiko
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Dresden. Leiharbeit ist aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen für die Beschäftigten ein Armutsrisiko. Von 30.000 Leiharbeitern im Freistaat, deren Gehalt bekannt sei, verdiene fast jeder zweite (45,5 Prozent) monatlich weniger als 1200 Euro brutto, teilte der Gewerkschaftsdachverband unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mit.
Die Betroffenen müssten ihr Einkommen mit Hartz IV aufzustocken, hieß es. In Sachsen liegt der durchschnittliche Monatsverdienst laut DGB bei 1931 Euro brutto. An diesem Donnerstag (24. Februar) wollen die Gewerkschaften mit einem betrieblichen Aktionstag auf Missstände bei Leiharbeit aufmerksam machen.
Dem Gewerkschaftsbund zufolge haben drei Viertel aller Leiharbeiter im Freistaat eine abgeschlossene Berufsausbildung. Deren Bruttoeinkommen liege bei rund 1246 Euro. Nur etwa jeder zehnte sei ungelernt. Diese müssten sich sogar mit nur etwa 1089 Euro begnügen.
„In keiner anderen Branche ist das Armutsrisiko so groß wie in der Leiharbeit“, sagte der stellvertretende DGB-Bezirksvorsitzende, Markus Schlimbach. Deren Neuordnung im Zuge der Reform der Hartz-Gesetze sei trotz einer Mindestlohnvereinbarung „gründlich gescheitert“. Da sei „nur ein kleiner Schritt“ getan worden. „Insgesamt ist der Hartz IV-Kompromiss enttäuschend“, sagte Schlimbach. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit müsse auch bei der Leiharbeit gelten.
© LVZ-Online, 22.02.2011, 16:09 Uhr