Mitteldeutschland
Heftige Kritik an Einschnitten im Fernverkehr - Tillich fordert: Pläne überdenken
ade
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Die geplanten Einschnitte im Schienen-Fernverkehr in Sachsen stoßen auf heftige Kritik. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) forderte die Deutsche Bahn am Donnerstag auf, ihre Pläne zu überdenken. Es dürfe nicht sein, "dass der Freistaat zum Abstellgleis wird", sagte Tillich.
Wie die Leipziger Volkszeitung am Donnerstag berichtet hatte, sollen die ICE-Züge zum Fahrplanwechsel im Dezember wegen technischer Probleme auf den Strecken Frankfurt/Main-Leipzig-Dresden und Berlin-Leipzig-München nicht mehr im Stundentakt verkehren, was zugleich Auswirkungen auf den Regionalverkehr in Sachsen hätte. Die schnellere ICE-Verbindung von Berlin nach München soll zudem über Halle und nicht mehr über Leipzig führen. Die Bahn begründete das mit technischen Problemen an der ICE-Flotte.
Laut Matthias Oomen vom Fahrgastverband Pro Bahn hat die Verbindung von Berlin über Leipzig nach München mit Abstand die größte Auslastung. Dass die Bahn die um 50 Minuten schnellere Nord-Süd-Verbindung künftig über Halle fahren will, "ist toll für Sachsen-Anhalt, aber nicht zu akzeptieren".
Kritik kam auch von Leipzigs Messechef Martin Buhl-Wagner: Eine gute Anbindung an den Fernverkehr sei für das Messegeschäft unverzichtbar. "Alle Beteiligten müssen schnell zu Gesprächen an einen Tisch kommen", forderte Wolfgang Topf, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig. Es könne nicht sein, dass Sachsen den Anschluss verliere.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn aus Dresden vermutet, dass die Bahn mit dem neuen Fahrplan Fakten schaffen will und dass mit der Fertigstellung der Schnelltrasse durch den Thüringer Wald 2017 Leipzig möglicherweise weitgehend vom Fernverkehr Berlin-München abgekoppelt wird.
Arndt Steinbach, Landrat des Landkreises Meißens kritisierte, dass die ICE auf der Trasse Frankfurt-Leipzig-Dresden ab Dezember nicht mehr stündlich fahren sollen, sondern im wechselnden 40- und 80-Minutentakt. Dabei fallen im Wechsel Stopps in Riesa und Dresden-Neustadt weg. "Das wäre ein schmerzhafter Einschnitt für unsere Region", so Stein- bach,
© LVZ-Online, 11.03.2010, 18:47 Uhr