Mitteldeutschland
Arbeitslosenzahl in Sachsen gestiegen - mehr Schulabgänger und Lehrlinge auf Jobsuche
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Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen ist im Julir gestiegen.
Chemnitz. Erstmals seit März ist in Sachsen die Zahl der Arbeitslosen wieder gestiegen. Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit in Chemnitz am Donnerstag waren im Juli 246 205 Männer und Frauen ohne Job. Die Arbeitslosenquote betrug damit 11,6 Prozent. Im Juni waren noch 732 Menschen weniger arbeitslos gemeldet, die Quote lag im Vormonat bei 11,5 Prozent.
Agenturchefin Jutta Cordt führte den leichten Anstieg hauptsächlich darauf zurück, dass sich im Juli traditionell verstärkt Schulabgänger und Lehrlinge nach Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos melden - diesmal seien das immerhin zusammen rund 8600 junge Menschen gewesen. Ohne saisonale Einflüsse läge die Zahl der Arbeitslosen um etwa 2000 Menschen unter der vom Juni.
„Damit wird deutlich, dass sich die wirtschaftliche Lage der sächsischen Betriebe leicht verbessert hat“, so Cordt. Allerdings seien die Unternehmen „noch nicht auf dem Produktivitätsniveau wie vor der Krise“. Sie meldeten im Juli insgesamt 10 232 freie Stellen - das waren 483 mehr Jobs als im Juni und 2227 mehr als im Juli 2009.
Mit Abstand die meisten Angebote kamen von Zeitarbeitsfirmen: Sie boten 2946 Jobs an, das waren knapp 29 Prozent aller Offerten. Die Branche, die von der Krise besonders betroffen war, wächst also wieder rasant: Sie verzeichnet laut Cordt mittlerweile knapp 42 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, das sind fast 12 000 und damit über ein Drittel mehr als vor einem Jahr.
Dagegen sind im Verarbeitenden Gewerbe immer noch 5000 Menschen weniger beschäftigt als im Sommer 2009. Derzeit hätten wieder mehr als 280 000 Menschen Jobs in der sächsischen Industrie, seit Februar ist ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen, hieß es. Allein im Juli meldete das Verarbeitende Gewerbe 999 freie Stellen.
Vor einem Jahr, im Juli 2009, lag Sachsens Arbeitslosenquote bei 12,9 Prozent. Damals waren 276 527 Menschen arbeitslos. So viel höher als jetzt fiel der Anstieg vom Vormonat schon damals nicht aus - trotz Krise: Im Juni 2009 hatte es 275 279 Arbeitslose gegeben, die Quote lag bei 12,8 Prozent - allerdings bei einer deutlich höheren Zahl an Kurzarbeitern.
Cordt nennt Kurzarbeit auch jetzt „noch Thema - aber auf jeden Fall deutlich rückläufig“. Nach der aktuellsten Statistik vom April gab es in Sachsen noch 33 000 Kurzarbeiter in 4500 Betrieben. Ein Jahr zuvor lag die Zahl der Kurzarbeiter noch mehr als doppelt so hoch. Nach Angaben der Arbeitsagentur trugen Maßnahmen wie Weiterbildungen, geförderte Praktika oder Ein-Euro-Jobs dazu bei, dass im Juli rund 83 000 Menschen nicht in der Arbeitslosen-Statistik auftauchten - mit ihnen liegt die Zahl der Erwerbslosen bei 329 000.
© LVZ-Online, 29.07.2010, 10:42 Uhr