Mitteldeutschland
Münzschatz aus dem Dreißigjährigen Krieg in Borna gefunden
Birgit Zimmermann, dpa
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Einen Münzschatz aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) haben Archäologen in Borna (Kreis Leipzig) entdeckt.
Borna. Einen Münzschatz aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) haben Archäologen in Borna entdeckt. Der Fund sei in verschiedener Hinsicht herausragend, sagte Landesarchäologin Regina Smolnik am Montag bei der Präsentation des Schatzes. Die Münzsammlung sei recht umfangreich, bisher wurden 30 Silbertaler gezählt. Zudem sei die Art und Weise, wie der Besitzer den Schatz versteckte, ungewöhnlich. Anders als sonst häufig üblich steckte dieser sein Geld nicht in einen Krug, sondern packte es in einen Beutel, den er mit einem dicken Klumpen Lehm schützte. So überdauerten die Münzen die Zeiten.
Der Besitzer des Schatzes müsse ein „sehr reicher Mensch“ gewesen sein, vielleicht ein Kaufmann oder ein Ackerbürger, sagte Smolnik. Erste Nachforschungen ergaben auch, dass zu der Zeit, als der Schatz vergraben wurde, ein Bornaer Bürgermeister am Fundort wohnte. Die Münzen seien längst noch nicht alle bestimmt. Und es sei auch noch nicht überprüft worden, ob in dem Lehmklumpen noch mehr als die bisher sichtbaren Geldstücke stecken. Aber allein die bekannte Menge entspreche etwa einem halben Kilogramm Silber. Die Münzen wurden laut Smolnik wahrscheinlich um 1620/1630 vergraben. Eine der bereits identifizierten Münzen stamme aus der Zeit von Kurfürst August (1553- 1586). In Sachsen wurden laut Smolnik bisher 67 Münzschätze gefunden.
Entdeckt wurde der Schatz bei Grabungsarbeiten im Frühjahr. Am Fundort im mittelalterlichen Stadtkern will eine Wohnungsgesellschaft ein neues Wohn- und Geschäftshaus errichten. Zuvor rückten wie gesetzlich vorgeschrieben die Archäologen an. Die Bornaer selbst sind, wie die Leiterin des städtischen Museums sagte, „urst stolz, dass bei uns in Borna so ein toller Schatz gefunden wurde“. Viel haben werden sie davon aber nicht, der Schatz gehört dem Freistaat. Der will ihm im Haus der Archäologie in Chemnitz ausstellen, sagte Landesarchäologin Smolnik.
© LVZ-Online, 28.06.2010, 13:20 Uhr