Mitteldeutschland
Sachsens FDP-Chef Zastrow kritisiert evangelische Landeskirche
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Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow
Leipzig. Sachsens FDP-Vorsitzender Holger Zastrow hat der evangelischen Landeskirche vorgeworfen, in großen Teilen wie eine Partei zu agieren. Dann dürfe sich die Kirche auch nicht wundern, wenn sie wie eine Partei in der Kritik stehe, sagte Zastrow in einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“. So habe die Landeskirche „das kleine Thema Ladenöffnung zum Klassenkampfthema erhoben“. „Dass sich eine Kirche an die Seite linker Gruppierungen in den Klassenkampf begibt, ist schon etwas eigenartig“, sagte Zastrow der Zeitung.
In Sachsen gebe es eine Gesellschaft mit einer übergroßen konfessionslosen Mehrheit. „Vielleicht sucht die Kirche deshalb Rezepte, um das zu ändern“, mutmaßte Zastrow. Er nehme zur Kenntnis, dass die evangelische Kirche „eben nicht mehr über den Dingen steht, sondern permanent tagespolitisch Partei ergreift“. Neben dem Streit um die Ladenöffnung - die Kirche hatte mit Klagen die Öffnung von Geschäften an Adventssonntagen in mehreren Orten verhindert - nannte Zastrow auch den Streit um die Finanzierung freier Schulen in Sachsen.
„Ich lasse mir von der Kirche nicht vorschreiben, wie das Leben in Sachsen zu sein hat“, sagte Zastrow. Er plädierte für eine strikte Trennung von Staat und Kirche. Religion und Glauben seinen Privatsache. Zudem beklagte Zastrow, dass es gegen ihn sogar Predigten wegen der Sonntagsöffnung von Geschäften gegeben habe. Das habe ihn irritiert. „Und wenn ich angegriffen werde, verteidige ich mich.“
© LVZ-Online, 30.12.2010, 14:14 Uhr