Mitteldeutschland
Sächsische Luft- und Raumfahrtindustrie sorgt sich um Fachkräfte
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Nancy Herold, Mitarbeiterin der IMA - Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH informiert den Dresdner, Jörg Müller während des ersten „Karrieretag Luft- und Raumfahrt“ am Flughafen in Dresden.
Dresden. Die sächsische Luft- und Raumfahrtindustrie sorgt sich um ihren Fachkräftenachwuchs. Zwar sei der Freistaat mit seinen Bildungseinrichtungen gut aufgestellt, sagte der Chef des Kompetenzzentrums Luft- und Raumfahrt Sachsen/Thüringen, Timo Grahnert, am Dienstag bei einer Karrieremesse im Flughafen Dresden. Der Industrie gelinge es aber nicht, den Nachwuchs in der Region zu halten.
Etwa jeder dritte Studierende dieses Bereichs verlasse das Land schon für Praktika in Richtung Hamburg, Niedersachsen oder Bayern. Laut Grahnert erwirtschafteten die rund 140 sächsischen Unternehmen der Branche 2010 etwa 700 Millionen Euro Umsatz.
Für die Abwanderung sei nicht etwa ein schlechter Verdienst ausschlaggebend, sagte Grahnert. Nach Einschätzung des Verbandes sei die Branche bei Schülern und Studenten noch zu wenig bekannt. „Viele potenzielle Berufseinsteiger wissen nicht, welche spannenden Tätigkeiten in den sächsischen kleinen oder mittelständischen Luft- und Raumfahrtunternehmen auf sie warten.“ Deshalb solle ein Netzwerk aufgebaut werden, dass die Jobsuche in der Branche erleichtere. „Wir wollen Begeisterung wecken.“
Die Dresdner Karrieremesse am Dienstag sei ein erster Schritt dazu gewesen. Die mehr als 20 Aussteller hätten 150 offenen Stellen im Gepäck gehabt. Gebraucht würden unter anderem Ingenieure für Maschinenbau, Elektronik, Mechanik und Luft- und Raumfahrt sowie Werkstoffwissenschaftler oder auch Wirtschaftsingenieure.
Nach Angaben des Verbandes sind in den 140 sächsischen Unternehmen der Luft- und Raumfahrt rund 5600 Mitarbeiter beschäftigt, die unter anderem in den Bereichen Luftverkehr und Logistik, Flugzeugmontage und -umrüstung sowie bei Zulieferern arbeiten.
© LVZ-Online, 01.11.2011, 13:59 Uhr