Mitteldeutschland
Schmallenberg-Virus auch in Sachsen aufgetaucht - Betriebe nicht gesperrt
dpa
Foto: Volkmar Heinz
Schafe können vom Schmallenberg-Virus befallen werden.
Dresden. Das Schmallenberg-Virus, das zu Fehlbildungen und Totgeburten bei Schafen, Rindern und Ziegen führt, ist auch in Sachsen aufgetaucht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag sind zwölf Lämmer in sieben Betrieben betroffen. Der Nachweis des Virus führe derzeit aber zu keinen Sperrmaßnahmen, hieß es. „Eine Übertragbarkeit auf den Menschen wird ausgeschlossen.“ Nach Angaben des Ministeriums wurden die Muttertiere im vergangenen Sommer infiziert - durch Stechmücken. Je nach Zeitpunkt der Infektion schädigt das Virus Embryonen beziehungsweise Föten, was Missbildungen zur Folge hat. Neben stark verkrümmten Gliedmaßen kommen auch Verdrehungen des Halses und sogenannte Wasserköpfe vor.
Das Agrarministerium in Mecklenburg-Vorpommern hatte am Montag die Zahl bundesweit bestätigter Schmallenberg-Fälle auf 256 beziffert. Außerdem seien 224 Verdachtsfälle gemeldet worden. Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Schmallenberg-Virus läuft. Agrarminister Till Backhaus (SPD) dämpfte aber die Hoffnung der Tierhalter, der raschen Ausbreitung der Tierkrankheit mit einem Impfstoff begegnen zu können. Noch sei unklar, ob Impfstoffe gegen die in Australien, Asien und Afrika bekannte Akabane-Krankheit auch beim Schmallenberg-Virus eingesetzt werden könne.
© LVZ-Online, 06.02.2012, 16:40 Uhr