Mitteldeutschland
Schöner Ausblick: Sommer in Mitteldeutschland wird warm und trocken
dpa
Foto: Regina Katzer
Im Schwimmbad ist bei sommerlichen Temperaturen der beste Platz.
Halle/Leipzig. Der Sommer in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird nach Angaben von Meteorologe Jurik Müller warm und trocken. „Nach den aktuellen Wettermodellen deutet alles darauf hin, dass die nächsten Wochen sommerliche Temperaturen bringen“, sagte der Experte vom Deutschen Wetterdienst (Leipzig) am Montag. Der kalendarische Sommer beginnt an diesem Dienstag, dem längsten Tag des Jahres - genau um 19.18 Uhr.
Auch die in Deutschland bekannte Bauernregel vom „Siebenschläfertag“ (27. Juni) könnte zutreffen. Denn danach entscheidet das aktuelle Wetter um diesen Tag herum den Verlauf des Sommers in den nächsten sieben Wochen. „Für die drei Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden am 27. Juni maximal 22 Grad erwartet. An den drei folgenden Tagen schwanken die Höchstwerte zwischen 25 bis 26 Grad, dabei wird es kaum Niederschläge geben“, sagte Müller.
Der Name Siebenschläfer geht auf eine Legende zurück. Sieben Christen, die sich der Sage nach im Jahr 251 vor der Christenverfolgung in eine Höhle geflüchtet hatten, wurden nach 195- jährigem Schlaf am 27. Juni 446 auf wundersame Weise wieder zum Leben erweckt. „Tatsächlich aber entscheidet die Luftdruckverteilung um und nach der Sommersonnenwende sehr oft darüber, ob sich während der darauffolgenden Wochen in Mitteleuropa eine Westwetterlage mit reichlichen Niederschlägen einstellt oder nicht“, sagte der Meteorologe.
„Die Wetterstatistik belegt: Wenn es in den letzten fünf Junitagen viel regnet, dann ist ein verregneter Juli zu etwa 70 Prozent wahrscheinlich.“ Bilde sich jedoch in dieser Zeit eine Hochdruckbrücke von den Azoren über Mitteleuropa bis zum Ural, dann seien die Voraussetzungen für sonnenscheinreiches Sommerwetter günstig.
„Der 21. Juni wird in vielen Ländern der Nordhalbkugel mit Sommersonnen-Festen gefeiert“, sagte Müller. Mitunter wurde das Fest auch auf den Johannistag (24.6.) verschoben. „Früher glaubten die Bauern, dass in der kürzesten, wie auch in der längsten Nacht des Jahres die Götter auf die Erde hinabsteigen würden und zündeten deshalb zu ihren Ehren Feuer an“, berichtete Müller.
Beliebt war auch, Häuser und Ställe mit Johanniskraut zu schmücken, um böse Geister abzuwehren. Wünschelrutengänger schnitten in der Johannisnacht ihre Haselnusszweige. Ebenso wurden in dieser Nacht Heilkräuter gesucht, geweiht und in das Sonnenwendfeuer geworfen.
© LVZ-Online, 20.06.2011, 15:28 Uhr