Mitteldeutschland
Semperopernball nützt Dresdens Wirtschaft
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Blick in den Ballsaal der historischen Dresdner Semperoper
Dresden. Der Semperopernball lockt zahlungskräftige Gäste aus dem In- und Ausland nach Dresden und sorgt damit kurzzeitig für ein Hoch bei ausgesuchten Händlern, Hoteliers und Restaurants: Zu keinem anderen Zeitpunkt sind exklusive Ballkleider, Luxushotels und Schönheitssalons mehr gefragt. So herrscht etwa beim Festmodenverleih „Mein Ballkleid“ kurz vor dem Spektakel Hochkonjunktur. „Viele suchen noch im letzten Moment nach dem passenden Kleid“, sagte Ladenchefin Diana Juppe am Freitag der dpa. Diesmal seien vor allem üppige Kreationen mit viel Tüll in leuchtenden Farben gefragt. Kundinnen zahlten für einen Abend zwischen 65 Euro für ein schlichtes Abendkleid bis zu 220 Euro für die pompöse Variante.
Das Bekleidungshaus Peek&Cloppenburg hat für die von den Initiatoren als „Nacht des Jahres“ gepriesene Veranstaltung ein extra Schaufenster dekoriert und genügend Auswahl für die Abendmode- Abteilung geordert. „Es ist ähnlich wie Weihnachten, viele kommen kurz vor der Angst“, so ein Sprecher. Auch Visagist Ronald Brendler hat alle Hände voll zu tun. Aus ganz Deutschland reisen Gäste an, um sich von ihm Make-Up und perfektes Styling verpassen zu lassen. „Manche Kunden buchen ihren Termin schon ein Jahr im Voraus“, berichtete eine Mitarbeiterin. Auch Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) bereitet sich hier auf ihren großen Auftritt vor.
Das Fünf-Sterne-Hotel Schloss Eckberg am Elbhang hat seine Pforten extra nach der Neujahrspause geöffnet, um Ballgästen ein exklusives Dach über dem Kopf zu bieten. Die 17 Zimmer sind ausgebucht. Für Schloss Eckberg ist der Ball eine feste Größe im Kalender. „Viele Stammkunden buchen immer schon für das nächste Jahr“, sagte Direktorin Ursula Herrmann. Auch im Hotel Taschenbergpalais Kempinksi unweit der Semperoper in der Altstadt ist kein Zimmer mehr frei. „Wir sind zu 99 Prozent ausgebucht“, so eine Mitarbeiterin. Zahlreiche Prominente von der Ball-Gästeliste hätten bereits eingecheckt. Mit Robe, Smoking und Highheels haben sie nur einen kurzen Weg.
In den umliegenden Restaurants wie den „Alten Meistern“ am Theaterplatz ist am Tag des Balls kaum ein Platz zu bekommen. Vor allem die Gäste mit den Flanierkarten gingen erst gegen halb elf in die Semperoper und nutzten die Zeit vorher für ein Mehr-Gänge-Menü.
© LVZ-Online, 15.01.2010, 16:06 Uhr