Mitteldeutschland
Steuerzahlerbund Sachsen: Fahndungsdruck nötig für Steuersünder-Selbstanzeigen
Olaf Majer
Leipzig. Der Steuerzahlerbund Sachsen zeigt sich erfreut, dass es in Sachsen bereits 17 Selbstanzeigen im Zuge der Schweizer Steuersünder-Datei gibt. "Das Zwischenergebnis zeigt, dass der Fahndungsdruck nötig ist, um reuige Steuersünder zur Einsicht zu bewegen. Allein die Ankündigung des Kaufes der Steuersünderdatei hat bundesweit eine Welle ins Rollen gebracht", sagte Steuerzahlerbund-Geschäftsführer Knut Schreiter.
Zwar teile auch der Steuerzahlerbund Sachsen die Bedenken, nach der der Kauf der gestohlenen Steuersünder-Datei rechtlich zweifelhaft ist. Doch letztlich überwiege das Ergebnis, das auch in Sachsen eine erfreuliche Tendenz zeige. "Für mich überwiegt der Grundsatz, wonach Steuerhinterziehung kein Kavaliersdelikt ist", so Schreiter weiter. Es müsse eine Gleichbehandlung für alle Steuerzahler in Deutschland geben. "Wer in Deutschland Autobahnen benutzt und auf die öffentliche Infrastruktur zurückgreift, der muss sich auch an die Spielregeln des Landes halten. Andernfalls benimmt er sich parasitär und schädigt die Gemeinschaft."
Ein weit verbreitetes Unrechtsbewusstsein sei im Sinne der Steuergerechtigkeit nicht hinnehmbar. "Da offenbar einige selbst aus dem Fall Zumwinkel nichts gelernt haben, muss der Fahndungsdruck hoch bleiben. Wer Schlupflöcher sucht und findet, der muss auch spürbar mit Strafen rechnen", so Schreiter abschließend.
© LVZ-Online, 15.02.2010, 20:08 Uhr