Mitteldeutschland
Synode der evangelischen Kirche diskutiert über Veränderungen und homosexuelle Pfarrer
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Die Synode der Evangelischen Landeskirche Sachsens hat auf ihrer Frühjahrstagung am Samstag auch über die Öffnung der Pfarrhäuser für gleichgeschlechtliche Partnerschaften diskutiert.
Dresden. Die Synode der Evangelischen Landeskirche Sachsens hat sich auf ihrer Frühjahrstagung am Samstag mit den Veränderungen in Gesellschaft und Kirche beschäftigt. Dabei diskutierten die Mitglieder des Kirchenparlaments auch über die Öffnung der Pfarrhäuser für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Der Heidelberger Theologe Klaus Tanner plädierte in einem Vortrag für Veränderungen und Wandel, da es nur durch sie Identität gebe. Pfarrer Johannes Berthold aus Moritzburg bat die Kirchenleitung angesichts der „harten Fronten“ in der Debatte um die Homo-Ehe im Pfarrhaus, ihren Beschluss noch einmal zurückzustellen und „die Beschwernisse“ der Kritiker zu prüfen.
Am Abend standen Beratungen zur Liberalisierung des Pfarrdienstrechts auf dem Programm, das ein Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Paare im Pfarrhaus bisher verbietet. Die Kirchenleitung hatte im Januar empfohlen, homosexuellen Pfarrern mit eingetragener Lebenspartnerschaft „im Einzelfall“ das Pfarrhaus zu öffnen, wenn der Kirchenvorstand einvernehmlich zustimmt. Über die Akzeptanz von Schwulen und Lesben wird innerhalb der Landeskirche gestritten. Gegner schlossen sich in einer Initiative zusammen. Sie sehen das kirchliche Familienbild infrage gestellt, wenn schwule Pfarrer und lesbische Pfarrerinnen mit ihrem Lebenspartner ins Pfarrhaus einziehen dürfen.
Die Synode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) will sich im Herbst darüber verständigen, ob ein Pfarrer in seiner Gemeinde einem schwulen oder lesbischen Paar den Segen geben kann. Ein zu dem Thema beauftragter Ausschuss habe in einem Zwischenbericht vorgeschlagen, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare grundsätzlich zu ermöglichen, teilte ein Sprecher am Samstag zu den Ergebnissen der Frühjahrstagung des Kirchenparlaments bei Wernigerode (Sachsen- Anhalt) mit. Momentan sei dies der Entscheidung des einzelnen Geistlichen überlassen, was durchaus zu Gewissenskonflikten führe. Die EKM hat auch knapp 30 000 Mitglieder in Sachsen.
© LVZ-Online, 21.04.2012, 21:28 Uhr