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Blick auf die neue Entschwefelungsanlage in der Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH in Leuna
Diese Anlage, die bereits seit einiger Zeit arbeitet, kostete Total 120 Millionen Euro. Zuschüsse vom Land habe es nicht gegeben; diese seien auch nicht beantragt worden. Die neue Anlage zur Herstellung schwefelarmen und damit umweltfreundlicheren Heizöls habe eine Jahreskapazität von einer Million Tonnen. Der Schwefelgehalt im Heizöl könne jetzt im Vergleich zum bisherigen Standard auf ein Zwanzigstel reduziert werden. "Das bringt Kunden einen erheblichen Vorteil, denn schwefelarmes Heizöl senkt den Verbrauch in modernen Heizungsanlagen bis zu einem Drittel", sagte der Geschäftsführer der Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH, Reinhard Kroll. Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt könnten jetzt ausschließlich mit dem besseren Heizöl beliefert werden.
Die Raffinerie in Leuna stelle sich mit der Investition flexibler auf die veränderte Marktsituation ein, so Kroll weiter. Er verwies auf eine Prognose der Mineralölbranche, wonach in Deutschland der Jahres-Benzinverbrauch bis 2020 um ein Viertel auf 15,6 Millionen Tonnen sinke. Aktuell liege er bei etwa 20,5 Millionen Tonnen. Hauptgrund sei der immer geringere Verbrauch von Autos. Kroll: "Wir richten uns auf diese Verschiebungen ein und konzentrieren uns bei der Produktion stärker auf Mitteldestillate wie Heizöl, Diesel und Flugkraftstoffe."
Je wettbewerbsfähiger eine Raffinerie aufgestellt sei, desto größere Chancen habe sie in diesem schrumpfenden Markt, ergänzte Bénézit mit Hinweis auf die Raffinerie im französischen Dünkirchen. Trotz wochenlanger Streiks und Blockadeaktionen der Total-Mitarbeiter will der Konzern Dünkirchen bis 2013 schließen. Die 370 Mitarbeiter sollen anderswo im Unternehmen untergebracht oder in Frührente geschickt werden. Die fünf anderen Raffinerien von Total in Frankreich würden bestehen bleiben.
Bénézit machte vor allem die Steuern in Deutschland für die hohen Preise an den Tankstellen verantwortlich. Pro Liter Benzin verlange der Staat aktuell 89 Cent, pro Liter Diesel 67 Cent. Dass die Spritpreise derzeit weit über denen der Vorwochen liegen, sei auch auf den niedrigeren Euro zurückzuführen. "Der Euro-Effekt schlägt derzeit mit fünf bis sechs Cent pro Liter durch", so der Total-Manager. Grundsätzlich wies er aber Kritik an den Preisen zurück: Ein Liter Benzin würde ohne Steuern billiger sein als ein Liter Wasser, und das obwohl die Anlagen zur Verarbeitung von Rohöl um ein Vielfaches größer und teuerer seien, als die zur Wasseraufbereitung, so Bénézit.