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Mitteldeutschland

Tourismus im Osten: Mehr Gäste, weniger Umsatz

Berlin. Ostdeutschland ist bei Urlaubern beliebter geworden - doch die Gäste achten stärker aufs Geld und verpflegen sich öfter selbst. Trotz steigender Übernachtungszahlen sind deshalb 2009 die Umsätze der Herbergen und Gaststätten in den Ost-Ländern fast überall zurückgegangen. Die Branche blickt laut Tourismusbarometer der Sparkassen skeptisch in die neue Saison. Experten warnen die Betriebe dennoch davor, wegen des Preisdrucks weiter beim Personal zu sparen. „Der Schuss geht ganz schnell nach hinten los“, sagte Manfred Zeiner, Autor der Untersuchung. Die Gäste erwarteten guten Service.

Seit Jahren ersetze das deutsche Gastgewerbe Vollzeitangestellte durch Teilzeitkräfte, beklagte Zeiner. Diese Tendenz müsse gestoppt werden. Der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands, Claus Friedrich Holtmann, plädierte bei der Vorstellung der Studie am Donnerstag auf der Reisemesse ITB dafür, den Landtourismus als Zukunftsmarkt auszubauen. „Naturnaher Urlaub zieht wieder.“

zum Thema Zahl der Touristen in Sachsen leicht gestiegen Leipzig präsentiert sich auf der ITB – virtueller Gondwanaland-Rundgang in Berlin ITB öffnet mit mehr Ausstellern als je zuvor - Reisebranche übt sich in Optimismus Elberadweg zur beliebtesten Route gewählt Andrang im Nationalpark Sächsische Schweiz
Bei den Erwartungen für 2010 ist der Anteil der Skeptiker gestiegen. 27 Prozent der Betriebe rechnet laut Tourismusbarometer mit einer rückläufigen Auslastung, im Vorjahr waren es 11 Prozent. 2009 litt die Hälfte der Anbieter unter Rückgängen bei Geschäftsreisen, jeder dritte Befragte gab an, dass die Gäste stärker aufs Geld achten.

2009 hatten die Betriebe in den fünf Ländern 22,8 Millionen Gäste und damit 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Übernachtungen stieg. Aber nur Herbergen in Mecklenburg-Vorpommern machten laut Statistischem Bundesamt mehr Umsatz (plus 1,7 Prozent), in Brandenburg legte die Gastronomie leicht zu (plus 1,1 Prozent). Ansonsten schmolzen die Umsätze in der Krise dahin - am stärksten mit einem Minus von 12,8 Prozent in sächsischen Hotels und Pensionen.

In ihrer Umfrage in den ostdeutschen Ländern mit Ausnahme Berlins erfassen die Sparkassen auch die Besucherzahlen von 300 Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Sie blieben mit 30,6 Millionen auf Vorjahresniveau. Zulegen konnten Stadtführungen (plus 13,8 Prozent) sowie Denkmäler und historische Bauwerke (plus 10,9). Weniger Besucher zog es in Naturinformationszentren (minus 7,8 Prozent) sowie in Museen und Ausstellungen (minus 7,7 Prozent).
 
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