Mitteldeutschland
Umweltminister Kupfer fordert: Jäger sollen sich für Wölfe engagieren
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Rund 110 Wölfe leben derzeit in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
Dresden. Sachsens Jäger sollen sich nach dem Willen von Umweltminister Frank Kupfer (CDU) künftig mehr für die heimischen Wölfe engagieren. Zu diesem Zweck sei eine Aufnahme des Raubtieres in das Jagdrecht denkbar, sagte Kupfer zum Auftakt einer Tagung des Landesjagdverbandes am Samstag in Freital bei Dresden. Erst dann könne die Jägerschaft moralisch und finanziell in die Verantwortung genommen werden. Über die Jagdabgaben könnten etwa Wolfsprojekte mitfinanziert werden, auch die Mitarbeit am Wolfsmanagement und Monitoring sei damit verbunden. „Der alte Konflikt zwischen Wolf und Jäger kann so am besten gelöst werden“, sagte Kupfer.
Bisher steht der Wolf in Sachsen nach den Fauna-Flora-Habitat- Richtlinien der EU unter Naturschutz. „Der Wolf ist und bleibt eine streng geschützte Tierart, die nicht gejagt werden darf“, betonte Kupfer. Das Abschießen sei auch künftig nur in Ausnahmefällen möglich, etwa wenn der Wolf sich verhaltensauffällig zeige und Menschen angreife. Tierarten wie Luchs, Fischotter und zahlreiche Greifvögel sind nach Ministeriumsangaben im Jagdrecht erfasst und stünden dennoch ganzjährig unter Schutz. Das veränderte Landesjagdgesetz soll voraussichtlich Anfang 2012 in Kraft treten
Derzeit leben rund 110 Wölfe in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Damit sind die Bestände zu klein, um bejagt zu werden. Wächst die Wolfspopulation in den kommenden Jahren allerdings stark an, könnte das Raubtier theoretisch auch gejagt werden. Das ist nach EU-Vorgaben dann der Fall, wenn mehr als 250 erwachsene Tiere in der Region leben würden. Der Freistaat unterstützte 2009 mit rund 145.000 Euro Wolfsprojekte in Sachsen.
© LVZ-Online, 24.04.2010, 10:23 Uhr