Mitteldeutschland
Verkehrsminister bestätigt: ICE-Einschränkung in Sachsen bleibt Übergangslösung
Stephan Lohse
Leipzig. Die Einschränkung des ICE-Angebots in Sachsen ab
Dezember bleibt laut Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine
Übergangslösung. Wie die Leipziger Stadtverwaltung am Donnerstag mitteilte,
habe Ramsauer dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und dessen Dresdner
Kollegin Helma Orosz (CDU) zugesichert, dass der Freistaat möglichst bald
wieder besser an das Fernverkehrsnetz der Bahn angebunden wird.
Voraussetzung dafür sei, dass die Neigetechnik-Züge der Bahn
wieder funktionieren. „Wir waren uns einig, dass Leipzig aufgrund seiner Größe
und Lage hervorragend als Knotenpunkt für Fernverkehrsverbindungen geeignet
ist. Nach unserer festen Überzeugung bedeutet dies auch, dass mittelfristig
Fernverkehr durch den Citytunnel fließen muss, sobald die Elektrifizierung der
Strecken dies zulässt“, so Jung laut Mitteilung.
Auch der Ausbau der Fernverbindungen Berlin-Dresden-Prag und
Leipzig-Dresden-Görlitz-Warschau sei Thema des Treffens am Mittwoch in Berlin
gewesen.
Zu Jahresbeginn hatte die Bahn angekündigt, wegen Problemen
mit ihren Neigetechnik-Zügen die Zahl der ICE-Routen über Dresden und Leipzig
zu reduzieren. Ein überregionales Bündnis sächsischer Städte und Landkreise
hatte dagegen protestiert und eine teilweise Verbesserung erreicht. So bleibt der Stundentakt nach Berlin erhalten. Allerdings wird künftig
jeder zweite ICE zwischen Berlin und München an Leipzig vorbei über Halle
geleitet. Von Leipzig nach Dresden wechselt die Bahn in den 40/80-Minuten-Takt.
Im morgendlichen Berufsverkehr soll ein zusätzlicher IC eingesetzt werden. Die
Stopps in Riesa bleiben entgegen erster Planungen allesamt erhalten.
© LVZ-Online, 03.06.2010, 18:22 Uhr