Mitteldeutschland
Weiter Kritik an Streichplänen der Bahn
dpa
Leipzig. Die geplante Ausdünnung des ICE-Verkehrs in Sachsen stößt weiter auf massive Kritik. Monika Lazar, Grünen- Bundestagsabgeordnete aus Leipzig, warf der Deutschen Bahn am Dienstag kurzsichtiges und inakzeptables Handeln vor. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Bahn das Streckennetz um Leipzig jahrelang ausbaut und optimiert, um es dann zu zerstören“, teilte Lazar mit. Die Streichungen wären „verheerend“ für Sachsen und die gesamte mitteldeutsche Region. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte, dass die Bahn selbst ihre Pläne nicht öffentlich macht.
Die Deutsche Bahn hatte vorige Woche keine Angaben gemacht und lediglich auf laufende Gespräche verwiesen. Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) traf sich am Montagabend mit Bahnchef Rüdiger Grube. Konkrete Ergebnisse gab es nicht. Morlok teilte am Dienstag nur mit, er habe den Eindruck gewonnen, dass Grube „die Problematik bewusstgeworden ist“ und die Diskussionen weitergehen werden.
Die Änderungen im ICE-Verkehr sind zum Fahrplanwechsel im Dezember geplant. Auf den Strecken Berlin-Leipzig-München und Dresden-Leipzig- Frankfurt/Main sollen die Züge künftig nicht mehr im Stundentakt fahren. Grund für die Änderung sollen die technischen Probleme der Bahn an ihren ICE-Zügen mit Neigetechnik sein.
© LVZ-Online, 16.03.2010, 16:14 Uhr