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Mitteldeutschland

Zentralrat der Juden kehrt in Stiftung Sächsischer Gedenkstätten zurück

Dresden/Berlin. Der Zentralrat der Juden in Deutschland kehrt in die Stiftung Sächsische Gedenkstätten zurück. Das gab die Staatskanzlei am Donnerstag in Dresden bekannt. In einem dpa vorliegenden Brief von Generalsekretär Stephan J. Kramer an Staatskanzleichef Johannes Beermann heißt es, dass der Zentralrat seine Mitarbeit „vorläufig“ wieder aufnimmt. „Eine dauerhafte Mitarbeit wird davon abhängen, ob noch in der laufenden Legislaturperiode substanzielle Änderungen des Stiftungsgesetzes in Kraft treten werden.“ Nach den Worten von Beermann stärkt die Rückkehr des Zentralrates in den Stiftungsrat das gemeinsame Anliegen, „in der Erinnerung an die Shoah nicht zu erlahmen und nicht aufzuhören, gegen das Vergessen zu mahnen“.

Der Streit um die Stiftung Sächsische Gedenkstätten schwelt seit Jahren. Der Zentralrat der Juden und weitere vier Verbände von Opfern der Nationalsozialisten hatten 2004 ihre Mitarbeit unter Protest aufgekündigt. Aus ihrer Sicht war nicht hinnehmbar, dass in der Satzung die Nazi-Verbrechen mit denen des DDR-Regimes gleichgesetzt werden. Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Salomon Korn, hatte wiederholt vor einer Vermischung der NS-Verbrechen mit der Aufarbeitung der SED-Gewaltherrschaft gewarnt. Korn vertritt den Zentralrat nun wieder in der Gedenkstättenstiftung. Im Fall seiner Abwesenheit will Kramer ihn persönlich vertreten.

2009 war der Geophysiker Siegfried Reiprich neuer Geschäftsführer der Gedenkstättenstiftung geworden. Einige Opferverbände hatten das mit Verweis auf fehlende fachliche Voraussetzungen kritisiert. Auch Teile der Opposition kritisierten die Entscheidung. Reiprich war 1981 aus der DDR ausgebürgert worden. Kramer hat nach eigenem Bekunden nach einem persönlichen Gespräch mit ihm den Eindruck gewonnen, dass „Reiprich seinen Beitrag zur Versöhnung leisten will“.
 
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