Mitteldeutschland
Kühe und Pferde verursachen tödliche Unfälle in Sachsen und Thüringen
dpa
Foto: André Kempner
Leipzig/Triptis. In Sachsen und Thüringen sind in der Nacht zu Freitag
zwei Menschen bei Verkehrsunfällen mit Tieren ums Leben gekommen. Auf
der A 14 bei Leipzig sorgten zwei Kühe für eine Massenkarambolage, bei
der ein Mann starb. Auf der A9 bei Triptis waren mehrere Pferde auf die
Fahrbahn gelaufen. Mindestens acht Autos
krachten ineinander.
Das Unglück auf der A14 ereignete sich, als zwei Kühe zwischen Leipzig-Mitte und Leipzig-Nord auf der Autobahn Richtung Magdeburg umherirrten. Ein 46-Jähriger krachte mit seinem Auto gegen eine der 700 bis 800 Kilogramm schweren Kühe. Der Autofahrer starb. Zwei weitere Autos fuhren in die Unfallstelle. Ein 27-Jähriger und ein 54-Jähriger verletzten sich leicht. Auch gegen die zweite Kuh raste ein Auto. Die Insassen im Alter von 64 und 56 Jahren wurden leicht verletzt. Zwei nachfolgende Wagen überfuhren umherliegende Fahrzeugteile und schlitterten ebenfalls noch gegen die Kühe, die auf der Fahrbahn verendeten. Die Autobahn war für mehr als fünf Stunden voll gesperrt.
Wie sich herausstellte, waren die Kühe von einer etwa eineinhalb Kilometer entfernten Weide entkommen und gehörten zu einer Herde mit fünf Tieren. Die restlichen drei Tiere wurden am Freitagmittag auf einem an die Autobahn grenzenden Feld eingefangen. Der Verkehrswarndienst hatte die Autofahrer vorsorglich gewarnt. Ein Gutachter soll nun prüfen, wie die Tiere ausbrechen und auf die Autobahn gelangen konnten.
Auf der A9 bei Triptis waren es ebenfalls Tiere, die für eine Massenkarambolage sorgten. Eine Gruppe Pferde irrte am Freitagmorgen auf der Fahrbahn herum. Dabei wurde ein 46-jähriger Mann aus Gera so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus starb, teilte Polizeisprecherin Heidi Kröller mit. Drei Menschen erlitten schwere Verletzungen. Sechs Pferde kamen ums Leben. Insgesamt waren fünf Autos in den Unfall verwickelt.
Die Pferde kamen von einer Koppel, die etwa 800 Meter Luftlinie von der Autobahn entfernt liegt. Was sie so erschreckt hat, dass sie ausbrachen, konnte die Polizei noch nicht sagen. „Die Koppel war ordnungsgemäß umzäunt“, sagte Kröller. Die Tiere liefen etwa 1,6 Kilometer, bevor sie auf die Autobahn galoppierten. Zwei Pferde konnten auf einem Rastplatz eingefangen werden.
© LVZ-Online, 30.07.2010, 16:37 Uhr