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Aus dem Gedächtnisprotokoll eines DLRG-Helfers über den Einsatz in Leipzig

Mathias Beutel ist Sprecher der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Leipzig. Er hat das Gedächtnisprotokoll eines Helfers veröffentlicht, der am 13. April 2008 nach dem Unglück am Palmenwehr zum Einsatz kam.   Foto: Norman Rembarz Mathias Beutel ist Sprecher der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Leipzig. Er hat das Gedächtnisprotokoll eines Helfers veröffentlicht, der am 13. April 2008 nach dem Unglück am Palmenwehr zum Einsatz kam.
Leipzig. Mathias Beutel ist Sprecher der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Leipzig. Er hat das Gedächtnisprotokoll eines Helfers veröffentlicht, der am 13. April 2008 nach dem Unglück am Palmenwehr zum Einsatz kam:

"Um 14.32 Uhr (nach der Uhr des Helfers) wurde der erste Alarm über die Funkmeldeempfänger ausgelöst. Eine telefonische Rücksprache mit Führungskräften der DLRG und der Leitstelle ergab einen scharfen Einsatz. (Je nach Örtlichkeit und Absprache fahren unsere Helfer dann individuell zur Einsatzstelle oder treffen sich an unserem Vereinsobjekt. Dieser Helfer fuhr direkt zur Einsatzstelle).

14.50 Uhr: Ankunft am Palmgartenwehr, die restlichen DLRG Einsatzkräfte waren schon vor Ort und suchten die linke untere Uferseite im hüft- bis schultertiefen Wasser nach dem Wehr von Land aus nach den Betroffenen ab.

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Ungefähr eine Minute nach meinem Eintreffen fand ein DLRG Einsatztaucher den regungslosen Körper von einem der vermissten Jungen. Zur Bergung an Land wurde er von einem weiteren DLRG-Taucher und der Feuerwehr unterstützt.

Das sofort eintreffende Sanitäterteam begann direkt am Ufer mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Ich wurde beauftragt eine "Absaugung" von einem Rettungswagen (RTW) zu holen. Auf dem Weg zu dem am gegenüberliegenden Ufer parkenden RTW kam mir ein weiteres Sani-Team entgegen. Diese hatten eine Absaugpumpe dabei und ich führte sie zum Patienten.

Die Reanimationen wurde ab dann von den Sanitätern fortgeführt. Ich erhielt daraufhin den Auftrag, den nachfolgenden Uferbereich mit einem weiteren DLRG-Helfer abzusuchen. Mittlerweile war auch das zweite DLRG-Einsatzfahrzeug mit weiteren Einsatzkräften eingetroffen.
Als wir auf dem Rückweg unseres Suchbereichs waren, fuhr der RTW zum Abtransport des Jungen vor. Ich half dann die Trage mit zum Patienten zu tragen. Dort wurde der Betroffene auf die Trage verbracht und unter ständiger HLW (Herz-Lungen-Wiederbelebung) in den RTW getragen.

Ungefähr eine viertel Stunde später wurden DLRG-Einsatztaucher auf ein Boot der Feuerwehr versetzt um den Bereich direkt unterhalb des Wehres abzusuchen. Zeitgleich erhielt ich und ein weiterer Helfer den Auftrag, ein weiteres Motorrettungsboot zu holen. Als wir damit zurück an der Einsatzstelle waren, suchten wir mit einem weiteren Helfer der DLRG das Gewässer unterhalb des Wehres, speziell den teils dicht bewachsenen Uferbereich ab.

FOTOSTRECKEN
Nachdem auch diese Maßnahme ergebnislos verlief, bildeten wir zwei Tauchtrupps, die unabhängig voneinander unter bzw. im Wasser suchten. Ich selbst sicherte die Taucharbeiten mit einem Helfer und dem Motorrettungsboot ab. (Tauchen in strömenden Gewässern Bedarf besonderer Sicherungsmaßnahmen).

Gegen 19 Uhr wurden wir dann vom Deutschen Roten Kreuz mit Essen und Getränken versorgt. Wenig später wurde der Einsatz dann aufgrund der einbrechenden Dunkelheit abgebrochen."
 
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