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Bischof ruft zu Widerstand gegen „neue Nazis“ auf

Dresden. Der Bischof der Evangelischen Landeskirche Sachsen, Jochen Bohl, hat am Vortag des Gedenkens an die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 zum Widerstand gegen Neonazis aufgerufen. „Wir werden den neuen Nazis nicht gestatten, durch ihre hasserfüllte Sicht auf die Geschichte den Frieden zu gefährden“, sagte er laut Manuskript am Freitag bei der Gründung der Bundesarbeitsgemeinschaft „Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus“ in Dresden. Die Inhalte der Rechtsextremisten seien ebenso wie der Linksextremismus nicht mit dem Glauben vereinbar. „Wer sich im Geiste Jesu dem Gebot der Nächstenliebe verpflichtet weiß, wird sich gegen die neuen Nazis stellen.“

Abgelehnt werde auch die abwegige Sicht, Dresden sei 1945 Recht geschehen und die Opfer hätten ihr Schicksal verdient. Auch darin komme eine „unerträgliche Brutalisierung des Weltverständnisses“ zum Ausdruck. Den von den neuen Nazis „in widerlicher Weise“ propagierten Antisemitismus gebe es auch auf dem anderen Extrem des politischen Spektrums. So sei die Verweigerung von drei Linken-Abgeordneten im Bundestag am Gedenktag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz gegenüber Israels Staatspräsidenten Simon Peres „ein Tiefpunkt der deutschen Parlamentsgeschichte“ gewesen.

Es sei kein Zufall, was sich „unbußfertig, rassistisch, antisemitisch und gewalttätig“ bemerkbar mache. „Es ist eine Ideologie dahinter, die wir leider nur zu gut aus der Geschichte kennen“, sagte der Bischof. „Es ist ein neues Heidentum, das in dem Schlagwort „Odin statt Jesus“ zum Ausdruck gebracht wird und dem christlichen Glauben feindselig gegenübersteht.“ Er hoffe, dass die neue Arbeitsgemeinschaft „gute und hilfreiche Beiträge“ im Kampf gegen die neuen Nazis leisten werde.

Das Gremium soll nach Angaben der Initiatoren die praktische Auseinandersetzung mit der extremen Rechten in Deutschland vernetzen und den innerkirchlichen Diskurs um rechtsextreme Erscheinungsformen fördern. Mehr als 100 Theologen, Pfarrer sowie Vertreter kirchlicher und nichtkirchlicher Initiativen aus ganz Deutschland setzten mit der Gründungsveranstaltung am Vorabend des 65. Jahrestages der Zerstörung der Elbestadt ein „klares Signal des Engagements der Kirchen gegen Rechtsextremismus“.
 
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