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Erst enttäuscht, dann zufrieden: Nytra holt Bronze

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Barcelona. Während die türkische Überraschungssiegerin Nevin Yanit schon auf dem Weg zu ihrer Ehrenrunde war, kauerte Carolin Nytra noch für einen Moment enttäuscht auf der Laufbahn. Die 25 Jahre alte Bremerin war bei der Leichtathletik-EM in Barcelona gerade Dritte über 100 Meter Hürden geworden. Als Favoritin dieses Rennens und Europas Schnellste in diesem Jahr wusste sie aber zunächst nicht, ob sie sich über den verpassten Sieg ärgern oder die erste internationale Medaille ihrer Karriere feiern sollte. Am Ende überwog die Freude: „Natürlich hat man mehr erwartet. Aber es ist eine Medaille, von daher bin ich zufrieden“, sagte Nytra.

Die 24 Jahre alte Yanit gewann in 12,63 Sekunden schon die zweite Goldmedaille für die Türkei bei dieser EM. Zwischen sie und Nytra (12,68) schob sich in diesem engen Rennen noch die Irin Derval O’Rourke (12,65). Dass die Bremerin damit nach einiger Zeit doch gut leben konnte und der Siegerin sogar noch auf die Ehrenrunde folgte, hatte auch etwas mit ihrem Lebensgefährten Sebastian Bayer zu tun.

Der Weitspringer, in Barcelona seit Freitag zur Unterstützung seiner Freundin dabei, habe ihr noch im Ziel zugerufen: „Ich bin stolz auf dich.“ Der ARD sagte Bayer: „Die erste Enttäuschung ist schon da, aber das legt sich recht schnell bei ihr.“

Denn für Nytra war diese Medaille der vorläufige Höhepunkt einer kontinuierlichen Entwicklung. In den vergangenen drei Jahren steigerte sie ihre persönliche Bestzeit um mehr als eine halbe Sekunde von 13,17 Sekunden (2007) bis zu jener „Hammerzeit“ (Nytra) am 8. Juli in Lausanne (12,57), die sie bei dieser EM zur Favoritin gemacht hatte. Zwei Jahre habe sie auf diese Medaille hingearbeitet, sagte sie. „Carolin ist in eine neue Dimension vorgestoßen“, meinte auch der deutsche Chef-Bundestrainer Rüdiger Harksen.

Noch am Samstagabend realisierte sie das in Barcelona selbst. „Nach ein paar Metern auf der Ehrenrunde war mir klar, dass ich eine absolute Hammersaison mit dieser Medaille gekrönt habe“, sagte Nytra. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking und der WM 2009 in Berlin war sie jeweils im Halbfinale ausgeschieden. Die Hallen-WM vor fünf Monaten in Doha hatte sie wegen Achillessehnenproblemen verpasst.

Nadine Hildebrand aus Stuttgart lief im Halbfinale zunächst eine persönliche Bestzeit von 12,96 Sekunden und wurde dann im Endlauf Achte (13,08). „Das ist okay. Ich war im Finale - und das immerhin bei der ersten internationalen Meisterschaft“, sagte die 22-Jährige.
 
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