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Geiselnahme in Leipzig endet unblutig – Täter gibt auf

Leipzig. Die Geiselnahme in der Leipziger H&M-Filiale in der Petersstraße ist am Dienstag unblutig zu Ende gegangen. Ein 41 Jahre alter Mann hatte insgesamt elf Personen in seiner Gewalt. Wie Polizeisprecher Uwe Voigt gegenüber LVZ-Online sagte, hatte der Leipziger eine scharfe Pistole bei sich, diese sei jedoch nicht geladen gewesen. Um 15.42 Uhr betrat ein Sondereinsatzkommando das Gebäude und befreite die Geiseln. Der Täter gab daraufhin auf.

Alle Geiseln – neun Frauen und zwei Männer – seien körperlich unversehrt, stünden aber unter Schock, sagte Polizeisprecherin Anke Fittkau. Der Täter wurde durch den Hinterausgang abgeführt. Der 41-jährige alleinstehende Erwerbsunfähigkeits-Rentner aus Leipzig-Leutzsch war wegen unerlaubten Waffenbesitzes vorbestraft und soll wegen psychischer Erkrankungen in medizinischer Behandlung gewesen sein.

Als Motiv für die Geiselnahme gab Q. in einer ersten Vernehmung „Ärztepfusch“ an. „Er fühlte sich falsch behandelt und wollte auf sein Schicksal aufmerksam machen“, so Polizeisprecher Voigt. Seine Wohnung wurde durchsucht, weitere scharfe Waffen seien dabei nicht gefunden worden, hieß es. Die Beamten stellten jedoch mehrere Gegenstände sicher, die nun untersucht würden, teilte Voigt auf Anfrage mit. Details nannte er nicht.

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Der Mann hatte am Mittag bei H&M in der Petersstraße gegenüber von Hugendubel mehrere Angestellte und Kunden als Geiseln genommen und mit seiner Waffe bedroht. Passanten hatten ihn zuvor in der Damenabteilung in der ersten Etage mit Pistole in der Hand gesehen. Das Lagezentrum der Polizei war Ermittlern zufolge gegen 12.30 Uhr per Notruf von mehreren Zeugen, darunter auch einer Verkäuferin, informiert worden. Unklar war zunächst, wie viele Menschen der Täter in seiner Gewalt hat.

zum Thema Der Tag danach: Bilder aus Leipzigs Innenstadt Fotos von der Geiselnahme bei H&M in Leipzig Leipziger Geiselnehmer Oliver Q. bereits Anfang Juni angezeigt - Drohung mit Bombe Haftbefehl gegen Geiselnehmer aus Leipzig - 41-jähriger Leutzscher bereits in JVA Medienexperte: Intensivere Debatte über Live-Berichte nötig Geiselnahme im Jahr 1999: Leipziger Polizei überwältigt Besetzer in griechischem Konsulat Haftantrag gegen Geiselnehmer aus Leipzig - "Gewisse Kenntnisse im Umgang mit Waffen" „Man lässt sich nicht abschrecken“ – Normalität in der Leipziger Innenstadt H & M-Filiale öffnet nach Geiselnahme wieder Infos aus erster Hand - Die Geiselnahme im Netz Video: Geiselnahme: Ausnahmezustand in der Leipziger City
Zwischenzeitlich ließ er einige seiner Opfer frei. Kurz nach 14 Uhr hatte eine Frau tränenüberströmt die Filiale verlassen können. Sie wurde von der Polizei bei Peek&Cloppenburg wenige Meter weiter betreut. Dort schlugen die Beamten ihr Lager auf. Auch die übrigen Geiseln und deren Angehörige wurden in dem Geschäft von geschulten Hilfskräften betreut. Die Polizei hatte unterdessen bereits Kontakt mit dem Täter aufgenommen.

Spezialkräfte des Landeskriminalamtes (LKA) sollten eigentlich die Verhandlungen mit dem Geiselnehmer führen. Die speziell geschulten Beamten mussten jedoch zunächst von Dresden nach Leipzig fahren. Wie Polizeisprecherin Uta Barthel nach dem Ende der Geiselnahme sagte, hatte der Täter noch vor dem Einsatz der sogenannten Verhandlungsgruppe aufgegeben.

Die Beamten hatten das Umfeld von  Petersstraße und Neumarkt von der Schillerstraße bis zum Markt abgesperrt. Insgesamt waren etwa 70 Geschäfte betroffen. Die Inhaber wurden aufgefordert, die Läden dicht zu machen und sich einzuschließen. Das Karstadt-Kaufhaus verriegelte seine Eingänge. Auch Tiefgaragen wurden für die Öffentlichkeit gesperrt. Den ganzen Nachmittag über waren mehr als 100 Polizisten in der Leipziger Innenstadt im Einsatz.


 
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