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Handys raus, Lena wählen: Mitschüler feiern ihren „Oslo-Star“
Güngör Öztürker, dpa
Hannover. Schüler außer Rand und Band - und die Frage des Abends: „Sind hier nicht alle ein bisschen Lena?“ In der Schule der Castingshow-Siegerin Lena Meyer-Landrut war am Freitagabend die Hölle los. Zwei Stunden lang fieberten rund 400 Schüler, Lehrer und Eltern beim School-Public-Viewing in Hannover mit. Sie klatschten in der Aula, wippten auf den Stühlen hin und her oder tanzten zum Takt der Musik. Auf der 25 Quadratmeter großen Leinwand in der Aula der Gesamtschule Roderbruch verfolgten sie den Einzug ihrer Mitschülerin ins Finale des Eurovision Song Contest in Oslo (29. Mai).
Freudenschreie und Luftsprünge: Die Teenager gingen voll ab, als sie Lenas Siegernamen auf der Leinwand sahen. Sie erfüllte die Erwartungen ihrer Fans. Wieder einmal war Lena weit entfernt von einer glattgebügelten Performance. „Sie singt einfach toll“, sagte die Mutter einer Gesamtschülerin, Katrin Mahrenholz. Jeder der drei Songs, die Lena am Freitagabend präsentierte, kam an. „Sie kann besser singen als Jennifer. Sie macht auch mehr auf der Bühne“, sagte Julian (11).
Natürlich griffen fast alle zum Handy und wählten Lenas Nummer - schließlich hatte ausgerechnet Musiklehrer Wolfgang Franzke zum kollektiven Wählen aufgerufen: „Telefoniert euch die Finger wund.“ Kornelia Rust-Bulmahn, die mit Sohn Aaron-Aimé (11) bei der Feier war, schickte je eine Kurzmitteilung für die von Lena gesungenen Songs „Bee“ und „Love Me“. Das Rennen machte aber dann „Satellite“.
Als gegen 22.20 Uhr die Telefonleitungen für die entscheidende Stimmabgabe freigegeben wurden, tippten die Lena-Fans wie wild auf ihre Handys ein. „Ich habe 20 SMS geschickt“, sagte der elfjährige Julian. Selbst ältere Semester gerieten ins SMS-Fieber: Bettina Isbanner (47), die mit zwei Töchtern bei der Lena-Party war, schickte immerhin sechs Kurzmitteilungen.
Kurz nach 22.30 Uhr stand fest: Lena hat die Castingshow „Unser Star für Oslo“ gewonnen und sich gegen Jennifer Braun (18) aus dem hessischen Eltville durchgesetzt. Die Prüfung für Oslo hat die 18-Jährige mit Bravour bestanden. Doch die nächste, mindestens genauso schwere Prüfung steht ihr noch bevor: Im April will sie ihr Abitur machen.
© LVZ-Online, 12.03.2010, 23:17 Uhr