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LKA ermittelt nach Nazi-Aufmarsch in Pirna
cgr/dpa
Pirna. Nach den Ausschreitungen von Neonazis in Prina
ermittelt nun die Soko Rex des Landeskriminalamtes wegen Landfriedensbruch. Weil die Rechten aufgrund der massiven Gegendemonstrationen
am Sonnabend in Dresden nicht marschieren konnten, versammelten sie sich gegen
18.45 Uhr am Pirnaer Bahnhof. Rund 400 Rechte zogen anschließend durch die
Innenstadt und demonstrierten unangemeldet.
Ein Großteil der Teilnehmer war laut Mitteilung des
Landeskriminalamtes (LKA) vermummt und schrie verfassungsfeindliche Parolen.
Ein Passant wurde von den Rechtsextremen mit Faustschlägen
ins Gesicht attackiert. Während des Marsches wurde die Tür zum Pirnaer SPD-Büro
eingeschlagen. Ein Streifenwagen wurde zudem mit Steinen, Feuerwerkskörpern und
einem Fahrradständer beworfen. Der entstandene Schaden wird laut LKA derzeit
auf rund 1000 Euro geschätzt.
Nach der illegalen Demo stiegen die Rechtsextremen in Busse
und fuhren Richtung Autobahn davon. Die Soko Rex ermittelt inzwischen unter anderem wegen
Landfriedensbruchs.
Die Staatsanwaltschaft Dresden prüft unterdessen
Ermittlungen gegen Teilnehmer der Neonazi-Blockaden am 13. Februar in der Elbestadt. Es gehe darum,
ob Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz einzuleiten sind,
erklärte die Staatsanwaltschaft am Dienstag. Am Gedenktag der Zerstörung
Dresdens hatten am Samstag Tausende Menschen einen Marsch Rechtsextremer
blockiert und damit eine angemeldete Demo verhindert.
Die Soko Rex des LKA sucht Zeugen, die den unerlaubten Aufmarsch in Pirna beobachtet
haben oder Hinweise zu den Teilnehmern geben können. Hinweise nimmt das
Landeskriminalamt Sachsen unter der Telefonnummer (0351) 855 2020 entgegen.
© LVZ-Online, 16.02.2010, 12:40 Uhr