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Lötzsch (Linke): Sarrazin ist keine Einzelerscheinung
Maja Zehrt
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Linken-Chefin Gesine Lötzsch (Archivbild)
Berlin. Linksparteichefin Gesine Lötzsch hat Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) in die Nähe des Provokateurs Thilo Sarrazin (SPD) gerückt. „Man sollte Herrn Sarrazin nicht überschätzen. Und man sollte nicht so tun, als wäre er eine Einzelerscheinung“, sagte Lötzsch in einem Video-Interview mit der Mediengruppe Madsack. „Erinnern wir uns, vor kurzem hat Guido Westerwelle gegen Menschen, die Arbeitslosengeld II bekommen, solche Worte gewählt wie: Die ruhen sich aus und das ist spätrömische Dekadenz.“ Die Frage sei aber: „Ist jemand demokratisch oder nicht? Und nicht: Wo kommt jemand her?“
Lötzsch plädierte dafür, mehr Lehrer mit Migrationshintergrund einzustellen, „die Kindern ein Vorbild sein können“. Arbeitsangebote, Respekt, entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten seien die Lösungen. „Und nicht die Leute aufeinanderhetzen, wie es durch die Thesen von Herrn Sarrazin zu gelingen scheint.“ Klischees würden nicht weiterhelfen. „Wenn es normal ist, dass der Straßenbahnfahrer, der Fahrkartenkontrolleur, der Polizist - also Menschen mit viel Kontakt zu anderen Menschen - aus den verschiedensten Bevölkerungsgruppen kommen, dann sind wir einen Schritt weiter.“
© LVZ-Online, 02.09.2010, 16:53 Uhr