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Unfälle auf glatten Straßen - Mehrere Autobahnen gesperrt
dpa
Hamburg. Spiegelglatte Straßen und frischer Schnee haben den Verkehr vielerorts in Deutschland wieder ins Rutschen gebracht. Mehrere Autobahnen wurden wegen der Glätte zeitweise gesperrt. „Die Autos schleichen auf den Autobahnen“, sagte ein Sprecher der Verkehrsleitstelle am Mittwoch in Hamburg. In vielen Regionen blieb das Streusalz knapp und der Winterdienst eingeschränkt. Immer wieder kam es zu Unfällen, die meistens glimpflich ausgingen.
Der Dauerfrost lässt den Energieverbrauch fürs Heizen steigen: Im außergewöhnlich kalten Januar wuchs der Verbrauch nach einer Schätzung der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online in Deutschland um etwa 15 Prozent. In den Bergen müssen Wintersportler mit Lawinen rechnen.
In Nordrhein-Westfalen wurden Teile der A 2 und der A 44 gesperrt. Dort ereigneten sich Unfälle mit Lastwagen, bei denen mehrere Menschen leicht verletzt wurden. Die A 1 im Landkreis Oldenburg (Niedersachsen) musste in Richtung Bremen seit Dienstagnachmittag für Stunden bis in die Nacht gesperrt werden. Die Einsatzkräfte orderten nach Angaben der Polizei Decken und Getränke, um die Menschen im Stau zu versorgen.
20 000 Liter Milch ergossen sich nach einem Unfall eines Tanklastzuges bei Egestorf (Niedersachsen) auf die A 7, die Folge:
eine stundenlange Sperrung in Richtung Süden. Der Milchtransporter war auf schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern geraten, als er wegen eines einscherenden Sattelzuges abbremsen musste. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Auch in Teilen Schleswig-Holsteins und in Hamburg behinderten Schnee und Eis den Verkehr. In Südhessen kam es ebenfalls zu Unfällen mit Blechschäden.
Vielerorts fehlt den Winterdiensten weiter Streusalz. „Die Situation ist nach wie vor angespannt“, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Verkehrsministeriums. Die Hamburger Stadtreinigung sollte 1500 Tonnen Streusalz aus Marokko erhalten; das Schiff kam inzwischen im Hafen an. Die erste Lieferung Streusalz aus dem lettischen Ventspils traf am Mittwoch in Stralsund ein. Weitere vier Lastwagen werden am Freitag erwartet, teilte die Hansestadt mit.
Ein Lawinen-Airbag rettete einen Snowboarder im Kleinwalsertal. Der 42-Jährige aus Oberstdorf überstand die Lawine abseits der Pisten am Dienstag unverletzt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Eine Gruppe Snowboarder war vom in einen Steilhang gefahren. Als der 42- Jährige als Vierter in den Hang fuhr, löste sich den Angaben zufolge ein etwa 50 Meter breites Schneebrett, das den Wintersportler rund 300 Meter mitriss. Da es ihm gelang, seinen Airbag im Rucksack rechtzeitig auszulösen, blieb er an der Oberfläche der Lawine.
© LVZ-Online, 10.02.2010, 14:16 Uhr