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König Juan Carlos bittet um Entschuldigung

König Juan Carlos räumt ein, einen Fehler begangen zu haben. Foto: Ángel Díaz   Foto: dpa König Juan Carlos räumt ein, einen Fehler begangen zu haben. Foto: Ángel Díaz

Madrid (dpa) - Auf zwei Krücken gestützt verlässt König Juan Carlos sein Krankenzimmer. «Ich bedauere das sehr, ich habe mich geirrt», sagt der spanische Monarch im Krankenhausflur.

Mit diesen Worten gab der 74-jährige Staatschef zu, dass seine umstrittene Elefantenjagd am vorigen Wochenende in Botsuana ein Fehler war. «So etwas wird nicht wieder vorkommen», versprach er.

Die Erklärung währte nur etwa zehn Sekunden, aber sie wird in die spanische Geschichte eingehen. Die Spanier können sich nicht daran erinnern, dass jemals ein Monarch mit so deutlichen Worten ein Fehlverhalten eingestanden und die Bevölkerung um Entschuldigung gebeten hat. Auch in den anderen europäischen Monarchien kommt es äußerst selten vor, dass ein König oder eine Königin in aller Öffentlichkeit Selbstkritik übt.

Juan Carlos hatte seinen privaten Jagdausflug nach Afrika eigentlich geheim halten wollen. Die Reise wurde aber publik, nachdem der Monarch in seinem Safari-Camp gestürzt war, sich die rechte Hüfte gebrochen hatte und in Madrid operiert werden musste. Zudem war ein Foto des Königs neben einem erlegten Elefanten verbreitet worden.

Die königliche Elefantenjagd löste nicht nur bei Tierschützern eine Welle der Empörung aus. Viele Spanier empfanden es als schlechten Stil, dass der Monarch in Zeiten der Finanzkrise und der Massenarbeitslosigkeit einer solch bizarren Freizeitbeschäftigung nachging. Einige legten dem König gar nahe, er solle zugunsten des Kronprinzen Felipe abdanken.

Die öffentliche Reue wurde in Spanien mit Erleichterung aufgenommen. «In zehn Sekunden gewinnt der König alles zurück, was er in den letzten Tagen verloren hatte», meinte die monarchistische Online-Zeitung «ABC.es». Das linksliberale «elpais.com» betonte: «Noch nie hat in Spanien eine politische Institution in so unumwundener Weise um Verzeihung gebeten wie der König.»

Dabei war die Monarchie in Spanien lange Zeit die politische Instanz mit dem höchsten Ansehen in der Bevölkerung gewesen. Dazu hatte Juan Carlos mit seinen Verdiensten bei der Wiedereinführung der Demokratie nach dem Ende der Franco-Diktatur (1939-1975) maßgeblich beigetragen.

Eine Reihe von Affären und Skandalen stürzte das Königshaus jedoch in eine schwere Krise: Die älteste Königstochter Elena ließ sich scheiden; die Justiz leitete Ermittlungen gegen den königlichen Schwiegersohn Iñaki Urdangarín ein wegen des Verdachts der Unterschlagung von Steuergeldern; der älteste Enkel des Königs schoss sich in den Fuß, obwohl er als 13-Jähriger eigentlich kein Gewehr in die Hand nehmen durfte. Als dann noch die Aufregung um die Elefantenjagd hinzukam, entschloss Juan Carlos sich zu einem drastischen Schritt und zeigte öffentlich Reue.

Das Ansehen des Königshauses kriselt auch auf anderem Terrain. Schon seit längerem zirkulieren Berichte, dass es um die Ehe des Monarchen mit Königin Sofía nicht zum Besten bestellt sei. Die Buchautorin Pilar Eyre schrieb Juan Carlos eine Reihe von außerehelichen Liebschaften in den vergangenen Jahrzehnten zu und stellte Sofía als eine «einsame Frau» dar.

Solche Berichte erhielten am vorigen Wochenende neuen Auftrieb dadurch, dass die Königin trotz der Hüftoperation des Monarchen zunächst einmal ihre Griechenland-Reise fortsetzte. Sie besuchte ihren Mann erst einige Tage später im Krankenhaus - und das auch nur für eine Viertelstunde. Dies sorgte in Spanien für erhebliche Verwunderung. Daraufhin stattete die Königin ihrem Mann am Dienstag erneut einen Besuch ab. Diesmal blieb sie für drei Stunden und aß mit Juan Carlos zu Mittag. Am Mittwoch wurde der König aus der Klinik entlassen.

 
 
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