Ratgeber
Kälte ärgert die Jogger: Was man bei Minusgraden beim Sport beachten sollte
Jane Jannke
Foto: dpa
Bei ausreichender Erwärmung und mit der richtigen Kleidung ist Sport im Freien auch bei Minusgraden für gesunde Menschen unbedenklich.
Dresden. Schneeglätte und eisige Minusgrade - nicht gerade das ideale
Wetter für die tägliche Joggingrunde oder die Super-Radtour. Aber muss
man die sportlichen Aktivitäten deshalb gänzlich nach drinnen verlagern?
Dr. Ulrich Reuter, Sportmediziner am Uniklinikum Dresden, verrät im Interview,
worauf man bei körperlichen Aktivitäten im Freien bei strengem Frost
achten sollte.
Frage: Empfiehlt es sich, im Winter bei strengem Frost im Freien Sport zu treiben?
Antwort Dr. Reuter: Prinzipiell ja. Aber es kommt immer auf den Grad der Kälte und vor allem auf die eigene körperliche Verfassung an. Grundsätzlich sollte man nur so lange Sport treiben, wie man sich dabei wohlfühlt.
Wer sollte von Sport im Freien bei Frost besser absehen?
Sind die Atemwege bereits angegriffen, etwa bei einem Infekt oder Asthma, sollte man bei Minusgraden anstrengende Aktivitäten draußen meiden. Die kalte Luft reizt durch die Mundatmung die Bronchien zusätzlich und kann vorhandene Symptome verschlimmern.
Gibt es eine Temperaturgrenze, ab der man von sportlichen Aktivitäten ganz absehen sollte?
Bis etwa minus 10 Grad sehe ich da keine Probleme. Immer vorausgesetzt, man selbst ist gesund. Wer es gewohnt ist, bei Kälte ausdauernd zu joggen, kann dies auch bei noch niedrigeren Temperaturen bedenkenlos tun. Für alle Ungeübten empfehlen sich weniger anstrengende Sportarten wie Walking und Skilanglauf oder nach drinnen wechseln.
Worauf ist bei Eiseskälte besonders zu achten?
Insbesondere beim Joggen oder Radfahren sollten die Gelenke gut geschützt sein. Liegen diese frei, können sie auskühlen und in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Lange Kleidung ist daher unbedingt Pflicht. Generell gilt: Kälte erhöht das Verletzungsrisiko beim Sport. Gewissenhaftes Aufwärmen ist daher umso wichtiger. Man sollte zudem bei Eiseskälte möglichst nicht alleine in abgelegenen Gebieten Sport treiben oder aber ein Handy dabei haben, damit man Hilfe holen kann, falls man stürzt und allein nicht weiterlaufen kann.
Wie sieht es mit der richtigen Kleidung aus?
In Sachen Kleidung empfiehlt sich das Zwiebelprinzip: Lieber ein paar Schichten mehr, die man zwischendurch ausziehen kann. Viele machen den Fehler, sich von vorn herein zu leicht anzuziehen. Zu leichte Kleidung kann jedoch zum Auskühlen z. B. bei Laufpausen und dann zu Erkältungen führen. Die Laufschuhe sollten gut gegen Kälte und Nässe isolieren. Des Weiteren muss darauf geachtet werden, exponierte Stellen wie Nase, Hände oder Kinn ausreichend zu schützen, da sonst Erfrierungen drohen.
© LVZ-Online, 09.02.2012, 17:47 Uhr