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Wirtschaft

US-Amerikaner sind in Kauflaune

Wal-Mart setzt auf niedrige Preise, um die Kunden in seine riesigen Einkaufstempel zu locken. Foto: Shawn Thew   Foto: dpa Wal-Mart setzt auf niedrige Preise, um die Kunden in seine riesigen Einkaufstempel zu locken. Foto: Shawn Thew

Bentonville/Cincinnati/Atlanta (dpa) - Nach der erzwungenen Sparsamkeit in der Wirtschaftskrise werden die US-Amerikaner ihrem Ruf als kauffreudiges Volk wieder gerecht.

Der Einzelhandelskoloss Wal-Mart, die Baumarktkette Home Depot und der Kaufhauskönig Macy's vermeldeten für die Monate November bis Januar durchweg bessere Geschäfte. Denn die Menschen haben wieder mehr Geld in der Tasche, seitdem die Arbeitslosigkeit zurückgeht.

Wal-Mart setzt auf niedrige Preise, um die Kunden in seine riesigen Einkaufstempel zu locken, in denen es nahezu alles von Lebensmitteln über Kleidung bis hin zu Autozubehör gibt. Der Umsatz stieg dank der Schnäppchen sowie Zukäufen wie der britischen Kette Netto oder der südafrikanischen Massmart um 6 Prozent auf 122,3 Milliarden US-Dollar (92,6 Mrd Euro). "Jeder Teil unseres Geschäfts ist heute stärker als vor einem Jahr", sagte Konzernchef Mike Duke am Dienstag.

Allerdings gingen die günstigen Angebote zulasten des Gewinns, der um 15 Prozent auf unterm Strich 5,2 Milliarden Dollar schmolz. Wal-Mart muss sich vor allem gegen den aggressiven Onlinehändler Amazon wehren, der mit Kampfpreisen und kostenlosem Versand immer mehr Kunden anlockt.

Allerdings schlafen auch die etablierten Handelskonzerne beim Geschäft im Internet nicht. So konnte Macy's samt der Tochter Bloomingdale's den Onlineumsatz um 40 Prozent heraufschrauben. Dennoch werfen die Kaufhäuser noch mit Abstand das meiste Geld ab. Insgesamt setzte Macy's 8,7 Milliarden Dollar um und damit 6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Dabei schaffte es die Kette, den Gewinn sogar um 12 Prozent auf 745 Millionen Dollar zu verbessern.

Das gleiche Kunststück gelang Home Depot. Der Nummer eins unter den US-Baumärkten kam dabei auch das milde Wetter zugute. So fiel an der bevölkerungsreichen Ostküste bislang kaum Schnee - und die Heimwerker und Handwerker nutzten die Gunst der Stunde für Renovierungen. Der Umsatz legte um 6 Prozent auf 16,0 Milliarden Dollar zu, der Gewinn schoss um 32 Prozent auf 774 Millionen Dollar hoch.

Der gute Lauf soll nach den Prognosen der Handelskonzerne im Jahresverlauf anhalten. "Wir erwarten weiteres Wachstum", sagte Wal-Mart-Finanzchef Charles Holley. Während sich in Europa viele Menschen angesichts der Schuldenkrise Sorgen über ihre berufliche Zukunft machen, hellt sich die wirtschaftliche Lage in den USA anhaltend auf.

Im Januar war die Arbeitslosigkeit mit 8,3 Prozent auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen, nachdem sie lange über 9 Prozent verharrt hatte. Alleine seit dem Jahreswechsel wurden nach Angaben des US-Arbeitsministeriums 243.000 Jobs neu geschaffen.

 
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