Foto: dpaMehrere Impfstoffe für Kinder sind derzeit nicht lieferbar. Daher sollten sich die Kontaktpersonen der Kleinen schützen. (Bild: dpa)Köln (dpa/tmn) - Mehrere Impfstoffe für Babys sind knapp - die Erwachsenen im Umfeld eines Neugeborenen sollten daher gegen Keuchhusten geimpft sein. Das gilt laut einem Experten insbesondere für Großeltern.
Derzeit besteht ein Lieferengpass unter anderem bei einem Sechsfach-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, HIB-Infektion und Hepatitis B, der ab der achten Lebenswoche gespritzt wird.
zum Themadpaq.de/peiAuch wer vor Jahren gegen Keuchhusten geimpft worden ist, kann Erreger in sich haben, warnte Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Köln. Denn es gebe keine lebenslange Immunität gegen die Krankheit. Daher sollten alle erwachsenen Kontaktpersonen eines Neugeborenen ihren Impfstatus überprüfen. Die Impfung ist dem Mediziner zufolge auch bei stillenden Müttern möglich. Sinnvoll sei außerdem, Außenkontakte so weit wie möglich zu vermeiden, bis das Kind geimpft ist.
Bei Säuglingen können Keuchhusten und HIB-Infektion lebensbedrohlich sein. Einzelne Impfpräparate gegen diese Erkrankungen gibt es laut Hartmann nicht, und die Dreier-Kombination gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten ist nur für ältere Kinder zugelassen. Die einzige noch verbleibende Möglichkeit sind Fünffach-Impfstoffe - «falls sie noch lieferbar sind», schränkte Hartmann ein. Sie haben den Nachteil, dass die Kinder noch mehr «Piekser» mehr als nötig über sich ergehen lassen müssen, um gegen auch gegen die sechste Krankheit - Hepatitis B - geschützt zu sein.
Ähnlich sieht es in dem Fall der ebenfalls knappen Vierfach-Kombination gegen Mumps, Masern, Röteln und Windpocken aus, die Kleinkinder ab dem elften Monat bekommen. Sie kann durch je eine Spritze gegen Windpocken und eine gegen die drei anderen Krankheiten ersetzt werden - also auch hier ein Piekser mehr. Außerdem ist ein Abstand von vier Wochen zwischen den beiden Impfungen nötig.
Bei älteren Kindern ist die Lage weniger bedenklich: Auffrischungsimpfungen können drei Monate nach hinten verschoben werden, die Kinder haben in der Regel bereits eine Grundimmunisierung. Daher bestehe kaum Gefahr, dass sie sich in der Krippe oder im Kindergarten anstecken, sagte Hartmann.
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