Die mittelständischen Unternehmen sind erstaunlich robust und stabil wie selten ins neue Jahr gestartet. Dafür sprechen volle Auftragsbücher, gestiegene Eigenkapitalquoten, eine anhaltend starke Investitionsdynamik und viel Optimismus, wie die neue Studie „Diagnose Mittelstand 2012“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) zeigt. Dieser positive Trend ist auch im Freistaat Sachsen zu spüren.
Neben der Auswertung von über 110.000 Unternehmensbilanzen des Jahres 2010 basiert die umfangreiche Studie auf einer bundesweiten Befragung von Sparkassen-Experten im Firmenkundenbereich. Hatten noch vor einem Jahr 96 Prozent aller Sparkassen eine Verbesserung der Lage ihrer mittelständischen Firmenkunden vermeldet – ein Rekordwert –, waren die Erwartungen angesichts der Staatsschuldenkrise diesmal eher gedämpft. Umso überraschender das Ergebnis: Die Hälfte der Sparkassen erwarten dennoch eine Verbesserung der Situation ihrer mittelständischen Kunden. Das gilt auch für Sachsen. Hier hält die andere Hälfte der Institute die Lage des Mittelstands immerhin für unverändert.
Investitionen auch in Krisenzeiten
Die Studie kam u.a. zu dem Ergebnis, dass 80 Prozent der Mittelständler in Deutschland bislang nicht von der Schuldenkrise berührt sind. Vielmehr haben sie die gute Konjunkturlage im Jahr 2011 genutzt, um kräftig zu investieren. Dabei hat sich insbesondere der Anteil der Erweiterungsinvestitionen erhöht. So schätzen die Sparkassen diesen Anteil auf 35 Prozent, verglichen mit 24,8 Prozent im Vorjahr. „Es ist angesichts der Schwäche vieler europäischer Volkswirtschaften ein starkes Signal, dass der Mittelstand in diesem Umfang in die Geschäftserweiterung investiert. Die Unternehmen haben offenbar großes Vertrauen in die Wirtschaftskraft Deutschlands“, erklärte DSGV-Präsident Heinrich Haasis.
Höchstwerte bei Eigenkapitalquote Auch die Eigenkapitalquote der mittelständischen Unternehmen über alle Größen und Segmente hinweg entwickelte sich positiv: von 15,1 Prozent im Vorjahr auf 18,3 Prozent. „Knapp 60 Prozent der Sparkassen melden aktuell weiter verbesserte Eigenkapitalquoten ihrer Firmenkunden. Das sind die höchsten Werte, die wir in diesem Bereich bislang feststellen konnten“, so Haasis. In Sachsen gehen 42 Prozent der Sparkassen davon aus, dass sich die Eigenkapitalausstattung ihrer Kundenunternehmen im Vergleich zum Vorjahr eher verbessert hat, die restlichen 58 Prozent, dass sie unverändert geblieben ist.
Die vollständige Studie „Diagnose Mittelstand 2012“ steht auf der Website des DSGV unter
www.dsgv.de
zum Download zur Verfügung.