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Der günstigste Weg zum neuen Auto

Viele Privatkunden nutzen Finanzierungsangebote. Die besseren Preise gibt es allerdings für Barzahler. Foto: Jens Schierenbeck   Foto: dpa Viele Privatkunden nutzen Finanzierungsangebote. Die besseren Preise gibt es allerdings für Barzahler. Foto: Jens Schierenbeck

München (dpa/tmn) - Ein neues Auto steht bei vielen ganz oben auf der Wunschliste. Welcher Weg dorthin ist der kostengünstigste? Kauf- und Finanzierungsvarianten gibt es zuhauf, da ist Kalkulieren mit kühlem Kopf gefragt.

Immer mehr Menschen leisten sich ein neues Auto. 3,17 Millionen Neuzulassungen registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 2011 - ein Plus von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und die Kauflust scheint auch künftig ungebrochen: Laut der Sachverständigenorganisation KÜS planen 16 Prozent der Bundesbürger 2012 einen PKW-Kauf, bei der Hälfte soll es ein Neuwagen sein.

Einer repräsentativen GfK-Umfrage zufolge nutzen 41 Prozent der privaten Kunden beim Neuwagenkauf ein Finanzierungsangebot. Am beliebtesten ist demnach der klassische Ratenkredit, gefolgt von der Drei-Wege-Finanzierung und dem Leasing. Beim Ratenkredit wird - bis auf eine Anzahlung - die gesamte Kaufsumme über gleichbleibende monatliche Raten getilgt. Bei der Drei-Wege-Finanzierung zahlt der Kunde eine Summe X an und entscheidet zumeist nach drei Jahren Ratenzahlung, ob er den Wagen mit einer Schlussrate ganz ablöst, weiter finanziert oder zurückgibt. Beim Leasing wird das Auto nur gemietet und muss anschließend zurückgegeben werden.

Der günstigste Weg zum neuen Auto sind Finanzierungsvarianten nach Einschätzung von Andreas Halupczok vom TÜV Süd aber nicht. «Die Barzahlung ist nach wie vor der Zahlungsweg, bei dem der Händler dem Kunden den besten Preis machen kann», sagt der Experte. Nur: Die volle Summe auf den Tisch legen wollen oder können längst nicht alle.

Also kommen Banken ins Spiel. Der Händler kann laut Halupczok dann bei den Abschlägen nicht mehr so großzügig sein: «Denn die Bank will natürlich entsprechend mitverdienen.» Dennoch gebe es speziell bei Automarken mit konzerneigenen Banken sehr gute Möglichkeiten, zu günstigen Konditionen an einen Neuwagen zu kommen. Kleinere Hersteller und Importeure hingegen könnten Angebote wie eine 0,9-Prozent-Finanzierung meist nicht bieten.

Etwas mehr Spielraum beim Verhandeln ergibt sich, wenn Zusatzprodukte wie Versicherungen oder Service-Pakete mitgekauft werden. Dann sind höhere Rabatte drin, weil sich für den Händler die Kalkulationsbasis ändert. Zum Beispiel Restschuldversicherungen sind für die Autobranche inzwischen eine wichtige Einnahmequelle. Sie springt ein, wenn eine Finanzierung nicht mehr bedient werden kann.

Doch über Sinn und Unsinn von Zusatzangeboten und Service-Paketen kann gestritten werden, wie auch Thomas Pitschi vom ADAC findet. Auch wenn etwaige Werkstattbesuche und Inspektionen durch eine monatliche Rate abgedeckt würden, lohne es sich nachzurechnen. «Die Garantie deckt vieles ohnehin ab und die meisten Mängel treten erst nach ein paar Jahren auf», sagt Pitschi. Bevor der Kunde verlockende Angebote annehme, sei es besser, sich zunächst über die grundlegenden Betriebskosten Gedanken zu machen. Wer diese errechnet habe, wisse auch genau, wie viel Geld für eine Finanzierungsrate übrig ist.

Ist die Entscheidung für eine Finanzierung gefallen, gilt es die Vertragsbedingungen gründlich zu studieren. «Man sollte sich nicht von niedrigen Monatsraten blenden lassen. Oftmals kommt nach der Laufzeit von drei oder vier Jahren die böse Überraschung, wenn die Restschuld fällig ist», warnt Halupczok. Denn Schlussraten belaufen sich meist auf mehrere tausend Euro.

Will ein Kunde einen Wagen leasen, rät der TÜV-Mitarbeiter zum Kilometer-Leasing. Hierbei wird die monatliche Rate nach den gefahrenen Kilometern berechnet, während beim Zeitwert-Leasing der vermutete Händlereinkaufspreis des Wagens in 36 oder 48 Monaten zugrunde gelegt wird. Ist dabei der Wertverlust höher als kalkuliert, was schnell der Fall sein kann, zahlt der Kunde drauf.

Diese Kostenfalle birgt auch die Drei-Wege-Finanzierung, auch Variokredit genannt. Ist der Zeitwert niedriger als die ursprünglich veranschlagte Schlussrate, muss der Kunde die Differenz berappen - falls er das Fahrzeug zurückgeben oder übernehmen möchte. Alternativ kann er die Restsumme mit einem Anschlusskredit weiterfinanzieren, dann jedoch in der Regel zu marktüblichen Konditionen. Und die sind meist schlechter als zum Beginn der Finanzierung. Insgesamt sind die Zinskosten bei der Drei-Wege-Finanzierung hoch, weil immer auch für die noch nicht getilgte Schlussrate Zinsen bezahlt werden müssen.

Eine gute Alternative kann ein Autokredit sein, der sich ähnlich wie das Leasing an der Kilometerleistung orientiert. «Hier wird die monatliche Rate danach bemessen, wie viele Kilometer ich im Jahr fahre. Nach der Laufzeit von beispielsweise drei Jahren wird abgerechnet, und ich entscheide, ob ich das Auto zurückgebe oder übernehme», erklärt Halupczok. Bei dieser Mischform aus Finanzierung und Leasing umgehe der Kunde das Restwertrisiko.

Unterm Strich gilt: Bargeld ist auch beim Autokauf das beste Argument für einen günstigen Preis. Ein weiteres ist die Jahreszeit: «Ein guter Zeitpunkt ist oft das letzte Quartal eines Jahres», lautet der Tipp von ADAC-Fachmann Pitschi. Viele Händler würden dann Rabatte einräumen, um bestimmte Verkaufsquoten zu erreichen.

 
 
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