Bad Düben. Der zum diakonischen Altenpflegeheim Sankt Nikolai gehörende Altbau an der Gustav-Adolf-Straße, in dem für kurze Zeit nach der Wende Spätaussiedler untergebracht waren, wird im Februar abgerissen. Wie Heimleiter Thomas Maeser mitteilte, sei dafür das Ausschreibungsverfahren gestern beendet worden. Nunmehr werde ein Unternehmen mit den Arbeiten beauftragt. Am 20. Februar sollen dann die Bagger rollen. Bis Anfang März wird das Objekt Stück für Stück abgetragen.
„Der Diakonie-Vorstand hat sich letztlich mehrheitlich für den Abriss entschieden", sagte Maeser. Das Objekt zu sanieren, wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen, der Aufwand zu groß. Früheren Überlegungen zufolge sollte das alte Haus saniert werden und der Pflege demenzkranker Menschen nach dem sogenannten Hausgemeinschaftsprinzip dienen. Geplant waren Wohngruppen mit jeweils acht Personen.
Nunmehr werden auf der frei werdenden Fläche 18 neue Parkplätze für Besucher und Mitarbeiter entstehen. „Wir haben ohnehin einen ständigen Mangel an Stellplätzen", so Maeser weiter. Dann stünden insgesamt 35 Parkplätze auf Diakonie-Grund zur Verfügung plus 14, die es in der Ackerstraße gibt.
Des Weiteren plant die Diakonie einen Anbau am jetzigen Cafeteria-Komplex. Dieser werde vergrößert und gleichzeitig Platz geschaffen für die Sozialstation, die derzeit in der Baderstraße 11 in Bad Düben untergebracht ist. Das Fachpersonal zieht dann vollständig in den neuen Gebäudeteil des Altenpflegeheims um. Derweil sei nicht vorgesehen, mit dem Anbau die Zahl der Pflegeplätze zu erhöhen oder gar einen neuen Bereich innerhalb der Altenpflege aufzubauen. Dies wäre mit enormen Investitionskosten verbunden. Nach den Plänen der Diakonie schließt sich der Neubau an die Abrissarbeiten an und soll in diesem Jahr beendet werden. Die Detail-Planung dauere noch an.
„Bisher hat das alte Gebäude auch immer den Blick auf das neue versperrt", sagte Maeser. Nach dem Abriss komme das Altenpflegeheim, das 1996 als erste Einrichtung zur Pflege alter Menschen in der Kurstadt eröffnet wurde, besser zur Geltung. Und letztlich verschwindet wieder ein Schandfleck im Stadtbild.
Im Diakonie-Heim, das zuletzt bei einem Qualitäts-Check mit der Note 1,1 abgeschnitten hat, werden derzeit 80 Menschen umsorgt. Sie kommen zu 95 Prozent aus Bad Düben und den Dörfern im nahen Umland. Das Haus ist voll ausgelastet; zudem gibt es fünf Kurzzeit- und zehn Tagespflegeplätze. Beschäftigt sind 67 Frauen und Männer in Voll- und Teilzeit.