Bad Düben
Ehemalige Heidekaserne in Bad Düben: Lagerhallen und Paintball-Eldorado
Nico Fliegner
Foto: Kathrin Kabelitz
Die Luft-Aufnahme aus dem Jahr 2007 zeigt die ehemalige Heidekaserne im Stadtteil Alaunwerk. Die Hallen werden heute teils als Lager genutzt.
Bad Düben. Bis 1990 war sie der Standort für das Bataillon chemische Abwehr 3, in jüngerer Geschichte diente sie als Filmkulisse („NVA", „Der Turm") und – was kaum bekannt ist – sie ist Lagerstätte und Eldorado für Paintball-Spieler, also jene, die sich im Wald mit Farbkugeln beschießen: Die Rede ist von der Heidekaserne im Alaunwerk. Wie das Gelände in Zukunft genutzt werden darf – darüber hatten die Stadträte auf ihrer jüngsten Sitzung zu befinden. So gab es ursprünglich Pläne, ein Getreidelager einzurichten. Das hätte allerdings deutlich mehr Verkehrsaufkommen – 25 Lkw am Tag – bedeutet. Pläne, die verworfen wurden. Nunmehr sollen die Hallen im Wesentlichen der Baustofflagerung dienen. Die Landestalsperrenverwaltung hat bereits Sandsäcke für Hochwasserszenarien eingelagert, weitere Betriebe sind interessiert, die Gebäude zu nutzen. Auf einigen sind Fotovoltaikanlagen errichtet worden. Neubauten sind derweil nicht möglich. Der Leipziger Paintball-Verein, der seit 2006 ein etwa 20.000 Quadratmeter großes Gelände innerhalb des Ex-Kasernen-Komplexes nutzt und nach eigenen Angaben über „sichere, gesetzeskonforme Spielfelder, die behördlich genehmigt sind", verfügt, wollte vor Jahren ein Vereinsdomizil errichten, erhielt aber keine Genehmigung. Ärgerlich, so merkte Stadtrat Werner Wartenburger (SPD) an, sei das Auftreten der Paintball-Spieler, die außerhalb der ehemaligen Kaserne mit hoher Geschwindigkeit durch den Stadtteil fahren würden. Doch das könnten die Stadträte nicht ändern, sondern sei Sache der Polizei.
© LVZ-Online, 24.04.2012, 12:37 Uhr