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Bad Düben

Einser-Abiturientin verrät ihre Zukunftspläne

Das Abitur mit „Sehr gut“ bestanden, hofft Jenny Wilhelm aus Bad Düben auf einen Studienplatz für Zahnmedizin in Leipzig oder Halle.   Foto: Nico Fliegner Das Abitur mit „Sehr gut“ bestanden, hofft Jenny Wilhelm aus Bad Düben auf einen Studienplatz für Zahnmedizin in Leipzig oder Halle.
Bad Düben. Was soll ich werden? Laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung hat jeder dritte Schüler Zweifel, ob er den richtigen Beruf wählt. Und überhaupt diese Jugend: Viel zu unentschlossen, wenig ehrgeizig, will alles in den Schoß gelegt bekommen, sagen Kritiker. Die Kreiszeitung hat eine junge Frau getroffen, auf die das eben genannte nicht zutrifft, die genau weiß, was sie will und die gar nicht den gängigen Klischees dieser Gesellschaft entspricht. Jenny Wilhelm aus Bad Düben ist 19 Jahre jung, hat das Abitur mit der Bestnote 1,1 bestanden und möchte ein Studium der Zahnmedizin beginnen.

Was für aufregende Monate: Abi-Prüfungen, Abschlussfeier, Ferien, aber irgendwie doch nicht, Hoffnung, dass es mit einem Studienplatz in der Nähe klappt. Jenny Wilhelms Leben wird gerade mächtig umgekrempelt. Ihre Zeit am Wirtschaftsgymnasium in Delitzsch gehört der Vergangenheit an. Was Neues auf sie zukommt, weiß sie noch nicht. Die junge Frau mit den halblangen, blonden Haaren, von der man denken könnte, sie sei die kleine Schwester von Hollywood-Schauspielerin Cameron Diaz, ist jedenfalls optimistisch und voller Pläne zugleich. „Ich möchte gern Zahnmedizin studieren. Mein erster Wunsch wäre ein Platz in Leipzig. Aber auch Halle würde gehen. Die Uni dort kenne ich zwar nicht, sie soll aber einen guten Ruf haben", sagt die gebürtige Eilenburgerin, die Kindheit und Jugend in Bad Düben verbrachte. Jenny, die als Einzelkind aufgewachsen ist, möchte in der Nähe ihrer Eltern bleiben – auch aus Kostengründen. München wäre eine Alternative gewesen, weil ihr Freund dort lebt und arbeitet. Doch die bayerische Hauptstadt sei unbezahlbar.

So ist zurzeit für Jenny der tägliche Gang zum Briefkasten mit Hoffen und Bangen verbunden. Studienplätze im Medizinbereich sind rar und mit Zulassungsbeschränkungen behaftet. Die junge Frau hat sich über eine zentrale Stelle beworben, die für die Fächer Medizin, Pharmazie, Tier- und Zahnmedizin freie Angebote an staatlichen Hochschulen vergibt. Wenn es mit einem Platz klappt, dann heißt es fünf Jahre lang weiter pauken, zahlreiche Prüfungen bestehen, einen Job finden und später auch mal eine eigene Zahnarztpraxis aufmachen. Dieses Berufsziel hatte die Kurstädterin anfangs nicht. „Ich wollte was im Hotel- und Tourismusgewerbe machen. Nach einem Praktikum habe ich dann aber festgestellt, dass das doch nichts für mich ist", erzählt sie. Schließlich kam die Zahnmedizin irgendwie ins Spiel, ihr Interesse wurde geweckt und jetzt ist klar, wohin die Reise gehen wird. „Ich will das Schöne an den Menschen zum Vorschein bringen", sagt sie über den Beruf der Zahnärztin. „Ohne meine Eltern würde ich das aber alles gar nicht schaffen." Jenny kann auf deren Unterstützung zählen – und zwar jederzeit. Bekommt sie einen Studienplatz, geht es ab Oktober mit dem Lernen los.

Wenn die Bad Dübenerin über sich und ihre Pläne erzählt, wird eins besonders deutlich: Die junge Frau ist zielstrebig. Seit jeher? Jenny lacht. „Naja, ich wusste eigentlich schon immer, was ich im Leben will. In der Schulzeit war ich richtig ehrgeizig. Bis zur elften Klasse habe ich zwar erst einen Tag vor einer Klausur mal in die Bücher geguckt, da fiel mir vieles leicht. Danach aber häufiger", sagt sie. Lieblingsfächer waren Chemie und Sport. In Englisch war sie besonders gut. „Mit 1,3 oder 1,4 Notendurchschitt habe ich gerechnet. Dass es 1,1 werden würde, freut mich natürlich." Ihren Ausgleich findet sie im Sport, war eine Zeit lang Mitglied bei den New Dancern des TV Blau-Gelb, „eine schöne Zeit", wie sie sagt. Heute joggt sie ab und an, um fit zu bleiben. Viel freie Kapazitäten hat sie dafür allerdings nicht – auch jetzt nicht, obwohl Ferien sind. Jenny will Geld fürs Studium verdienen, jobbt bei Rewe in Bad Düben. Mal sitzt sie an der Kasse, mal räumt sie Regale ein oder arbeitet im Lager oder in der Leergutannahme. Sie ist sich für keine der Arbeiten zu schade. „Das ist mir lieber, als zu Hause rumzusitzen", erzählt sie.

 
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