Bad Düben. Am Wochenende brannte es in der Kurstadt. Gleich drei Mal rückten die Kameraden der Bad Dübener Wehr aus, um zu löschen und Menschen zu retten. „All dies geschah im Rahmen unser jährlichen Wochenendschulung. Zwei Tage gab es realitätsnahe Einsatzübungen, Gerätekunde, Stationsbetrieb und Fortbildungsmaßnahmen", erzählte Bad Dübens Stadtteilwehrleiter Sven Hindemitt. Hintergrund der Aktion sei das Kennenlernen der unterschiedlichen Technik auf den Fahrzeugen und das Zusammenarbeiten der Wehren.
In diesem Jahr lag der Schwerpunkt bei der Menschenrettung. Deshalb sei im Vorfeld das Betreute Wohnen in der Neuhofstraße, das Pflegeheim in der Gustav-Adolf-Straße und ein Firmengelämde im Körbitzweg ausgesucht worden, so Hindemitt. 60 Kameraden aus Bad Düben und Schnaditz nahmen an der Übung teil. „Die Stadtteilfeuerwehr aus Tiefensee hat sich abgemeldet. Allerdings wäre ihr Dabeisein sehr wichtig, weil wir im Ernstfall alle miteinander kooperieren müssen", kritisierte Hindemitt das Fehlen.
Nach der morgendlichen Gerätekunde folgte der erste Alarm. Ein Bürger hatte Rauch im Gebäude des Betreuten Wohnens in der Neuhofstraße entdeckt. Sirenen heulten und der hausinterne Alarm schlug an. „Das Personal vom Wohnheim war vorinformiert und auch die älteren Bewohner wussten, dass irgendwann einmal eine solche Übung stattfinden würde", so der Feuerwehrchef.
Vor dem Gebäude stand die Wehrleitung, stoppte Zeiten und machte sich zum Ablauf Notizen. Nach wenigen Minuten war das erste Feuerwehrfahrzeug vor Ort. Hindemitt wies die Kameraden ein und informierte, dass sich noch 20 Personen in dem mehrstöckigen Gebäude befinden. Weitere Einsatzkräfte trafen ein und gemeinsam begannen sie mit den Bergungsarbeiten und dem Löschen des Brandes. Leider, so Hindemitt, habe das Gebäude keinen zweiten Rettungsweg, den die Feuerwehr dringend fordert. Für solche Einsätze wäre auch eine Drehleiter oder ein Hubrettungsfahrzeug wichtig. Diese müssten aus Delitzsch oder Eilenburg angefordert werden, was aber bis zu 40 Minuten dauere. Deswegen wurde mit sogenannten Steckleitern gearbeitet. „Aber im Ernstfall kann eben sehr viel Zeit vergehen, bis die älteren Bewohner darüber evakuiert sind", schilderte Hindemnitt die Situation.
Mittlerweile hatten sich die Kameraden unter Atemschutz den Weg ins verqualmte Haus gebahnt und die ersten Bewohner mit sogenannten Brandfluchthauben herausgebracht. Atemschutzüberwacher Andreas Jungchen notierte sich die Zahl der Geretteten und kontrollierte gleichzeitig die Kameraden mit Atemschutz. Mehr und mehr Bewohner wurden geborgen und beobachten das Geschehen von Weitem. Pflegedienstleiterin Antje Lehmann war unter ihnen. „Es ist einfach beruhigend zu wissen, was im Ernstfall hier dann geschieht", sagte Lehmann. Hindemitt selbst war zufrieden mit der Übung. „Wir werden die Einsätze aber noch weiter auswerten und Schwachstellen ausmachen, an denen wir in der Zukunft feilen müssen." Steffen Brost