Schwemsal. Von Weitem erinnert die Konstruktion aus Kiefernholz an einen Kaminschlot. Doch dahinter steckt eine ausgetüftelte Konstruktion. Im Blumen- und Kräutergarten der Gutsscheune in Schwemsal wurde jetzt ein bis dato einzigartiges Bienenhaus aufgestellt.
Diesen neuartigen Bienenunterschlupf hatte eine Delegation des Vereins Dübener Heide in Grenoble entdeckt. Die Sachsen weilten im Rahmen des transnationalen Leader-Projektes „Bienen und biologische Vielfalt“ vor einiger Zeit in Frankreich. Dort besuchten sie nicht nur Imker, sondern wurden auch mit dem neuen Bienenhotel bekannt gemacht. „Das Projekt läuft zwei Jahre. Daran beteiligt sind neben Deutschland unter anderem auch Frankreich, Dänemark, Finnland, Belgien, Slowakei und Großbritannien. Es wird sich zur Thematik ausgetauscht und es werden Projekte vorgestellt“, erklärte Axel Mitzka, der Vorsitzende des Vereins Dübener Heide.
In Grenoble trafen sie auf Hubert Passemart und seinem Vater Gerard. Der Sohn hatte in seiner Werkstatt wochenlang über der Idee eines sicheren Bienenhauses gebrütet. „Die Unterkunft für die Honigbienen sollte für Passanten die Sicherheit bringen, dass sie nicht von den Tieren gestochen werden. Deswegen baute ich an die herkömmliche Unterkunft eine Art hölzernen Schornstein, der rund drei Meter hoch ist und aus dem Bienen ausfliegen können“, erzählte Hubert Passemart. Der Clou: In etwa einem Meter Höhe lässt sich ein Teil der Holzverkleidung aufklappen und die Tiere können hinter Glas beobachtet werden. „Anliegen ist es, Menschen die Angst vor Bienen zu nehmen und das Thema Bienen mehr in die Öffentlichkeit zu bringen“, so Mitzka weiter.
Mittlerweile hat der junge Franzose etliche solcher Konstruktionen gebaut. Den Imkern der französischen Leader-Region gefällt die neue Unterkunft so gut, dass der Erfinder mit dem Abarbeiten der Bestellungen gar nicht nach kommt. 17 solche Bienenhäuser wurden bereits in Grenoble an Schulen, Parks und öffentlichen Plätzen aufgestellt. Auch die Sachsen fanden Gefallen daran und luden den Franzosen in die Dübener Heide ein. Am Wochenende hielt Hubert Passemart einen Workshop zu diesem Thema ab und brachte seine Erfindung gleich mit. Sie soll jetzt dauerhaft im Garten der Gutsscheune stehen und Neugierige anlocken.
Imker Heiko Kappke aus Brösa wird in den nächsten Tagen ein Bienenvolk in die neue Unterkunft bringen und die Anlage auch betreuen und pflegen. Auch andere Bienenzüchter aus der Region haben bereits Interesse an dieser Erfindung signalisiert.
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