Bad Düben
Großbrand am Sägewerk Görschlitz kommt Gemeinde teuer zu stehen
Nico Fliegner
Foto: Nico Fliegner
Einsatz mit finanziellen Folgen: Die Gemeinde Laußig muss Nachbarkommunen Kosten erstatten.
Laußig. Der Großbrand am Sägewerk in Görschlitz könnte die Gemeinde
Laußig im Nachhinein teuer zu stehen kommen. Die erste Kommune hat jetzt
eine Rechnung für den Einsatz geschickt.
Laußig soll an die Gemeinde Mokrehna 3389 Euro zahlen. Das bestätigte
Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) auf Anfrage der Kreiszeitung.
Die Nachbarkommune war am besagten vierten Adventssonntag mit den
Feuerwehren Mockrehna und Wildenhain vor Ort, um das in Flammen stehende
Sägewerk zu löschen. Nunmehr machte Mockrehnas Bürgermeister Peter
Klepel (parteilos) eine Rechnung auf.
Laut Schneider sei dies kein ungewöhnlicher Vorgang. Sein Kollege berufe
sich dabei auf geltendes Recht. "Bei Mockrehna wird's nicht bleiben.
Ich gehe davon aus, dass andere Gemeinden auch noch Ansprüche geltend
machen werden", sagte Schneider.
Als Ende Dezember das Sägewerk abbrannte, war ein Großaufgebot an
Feuerwehren im Heidedorf. Mehr als 140 Kameraden von Feuerwehren aus elf
umliegenden Orten waren mit 25 Fahrzeugen im Einsatz. Die Gemeinde hat
nunmehr die Summe überschlagen, die möglicherweise auf sie zukommt: es
wären etwa 100 000 Euro. Für Laußig ist das ein Schlag ins Kontor.
Dieser Ausgabe-Posten würde die Kommune, deren Haushalt ohnehin
finanziell nicht gerade üppig ausgestattet ist, in arge Bedrängnis
bringen. Einzig aus Bad Düben, Doberschütz und Eilenburg sind keine
Offerten zu erwarten. Mit diesen Gemeinden hat Laußig bereits vor Jahren
eine Vereinbarung zur Kostenerstattung bei gegenseitigen
Hilfeleistungen geschlossen. Bedeutet: Wenn Feuerwehren von dort in der
Gemeinde Laußig aktiv werden, dann ohne Kosten- und Aufwendungsersatz.
Mit Mockrehna besteht eine solche Vereinbarung nicht.
Letztlich müsste Laußig erstmal zahlen, kann sich aber die Kosten
zurückholen - in diesem Fall vom betroffenen Sägewerk-Besitzer. Ob der
allerdings in der Lage dazu sein wird, ist offen. Momentan sind die
versicherungstechnischen Fragen ungeklärt und die Ermittlungen von
Staatsanwaltschaft und Kripo zur Brandursache dauern nach wie vor an.
© LVZ-Online, 25.01.2012, 16:13 Uhr